100 Folgen RefPod! Aus diesem Anlass hat sich das RefPod-Team etwas Besonderes für euch überlegt: ein Remake einer der beliebtesten RefPod-Folgen, nämlich der Folge „#1 Unsere persönlichen Klausurtipps“. Seit dieser Folge ist viel Zeit vergangen (damals gab es z. B. noch keine E-Klausuren in NRW!) und außerdem kam darin noch nicht das gesamte RefPod-Team zu Wort. Deshalb wird es höchste Zeit für dieses Remake, in dem Christian Walz, Anna Henrichs, Richard Ademmer und – per Sprachnachricht zugeschaltet – Christoph Spielmann ihre persönlichen (und aus ihrer Sicht besten) Klausurtipps mit euch teilen. (Sie alle sind Richter:innen und AG-Leitende – aber das weiß ohnehin jeder, der diese Folgenbeschreibungen hier liest. [Übrigens cool, dass du das gerade machst!])
Darüber hinaus teilen sie auch viele nützliche Klausurtipps der Hörer:innen, die das RefPod-Team bei Instagram und LinkedIn eingesammelt hat – danke an dieser Stelle für den tollen Input!
VIELEN DANK für 100 Folgen RefPod – ohne euch wäre das nicht möglich! Auf die nächsten 100 Folgen!
Ach so, ihr fragt euch vielleicht, welche Tipps in dieser Folge besprochen werden? Das könnt ihr ganz einfach anhand der folgenden Zeitstempel nachvollziehen:
Kapitelmarken:
00:00 Einleitung
04:13 Keine Bewertungsautomatismen
09:15 Viele Probeklausuren schreiben
16:27 Unter welchen Bedingungen Probeklausuren schreiben?
20:08 Frühzeitige Arbeit mit aktuellen Kommentaren und Gesetzen
26:00 E-Klausuren-Software und -Hardware
30:24 Der Tag und die Nacht vor den Klausuren
37:15 Klebezettel, Lesezeichen, Maskottchen und Essen
42:15 Was zuerst lesen?
50:29 Aufgabe markieren ja oder nein?
55:50 Tipps für das Fertigen der Lösungsskizze
01:04:20 Zeiteinteilung
01:09:35 Was man direkt am Anfang runterschreiben kann
01:12:20 Entscheidungsgründe oder Tatbestand zuerst?
01:21:09 Lernt die Formalia!
01:23:27 Abkürzungen
01:26:34 Keine Zwischenüberschriften in Urteilsentwürfen
01:29:48 Urteilsstil: Waruuum?
01:31:04 Tenor: Kongruent, bestimmt, vollständig!
01:33:55 Tipps für Begründungstiefe
01:44:42 Echoprinzip + Urteilsstil = Musterlösung
01:47:30 Beweiswürdigung
01:51:22 Genau zitieren!
01:52:48 Konkurrenztrick im StrafR
01:54:02 „Kommentarklausuren“
01:57:30 Umgang mit Panik und Blackouts
02:02:02 Was ist Dein Ziel?
02:08:12 Unsere allerwichtigsten Tipps
http://www.instagram.com/ref.pod/
E-Mail: jura.ref.pod@gmail.com
Disclaimer: Der Podcast beinhaltet ausschließlich persönliche Ansichten der Podcasterinnen und Podcaster und insbesondere keine offiziellen Standpunkte der Justizprüfungsämter.
[00:00:00] Hallo und herzlich willkommen zu RefPod, dein Podcast der Justiz NRW zum Jura-Referendariat, produziert vom Oberlandesgericht Hamm. Mein Name ist Christian Walz, ich bin Richter und AG-Leiter und vielleicht kennst du, liebe Hörerinnen, lieber Hörer, auch unsere Folge 1 von RefPod. Das waren nämlich unsere persönlichen Klausurtipps, die Anna und ich damals aufgenommen haben. Nunmehr sind wir 99 Folgen weiter, das hier ist nämlich unsere 100. RefPod-Folge.
[00:00:25] Es sind zwischenzeitlich auch drei Jahre ins Land gegangen und vor allem wurden damals die Klausurtipps ja nicht von allen aus dem RefPod-Team aufgenommen, sondern eben nur von Anna und mir und es fehlten zum Beispiel Richard und es fehlte auch Christoph und wir konnten auch noch gar keine Community befragen, weil wir die damals noch nicht hatten. Deshalb dachten wir, dass unsere 100. Folge ein guter Anlass ist, diese Klausurtipps-Folge einer Neuauflage, einem Remake zu unterziehen
[00:00:54] und wir haben uns deshalb hier noch einmal getroffen, um wieder ein kleines Best-of unserer Klausurtipps zu machen, zu versammeln, dir viele hilfreiche Tipps für deine Klausuren an die Hand zu geben. Ja, das mache ich natürlich nicht alleine, sondern ich sitze hier zusammen wieder mit der Anna. Hallo Anna. Hallo. Und mit dem Richard. Hallo Richard. Hallo. Sowohl Anna als auch Richard, ihr kennt sie, sind beide Richter und AG-Leiter. Und der Christoph ist im Zeitpunkt der Aufnahme zwar gerade verhindert, aber die Wunderwelt der Technik wird es möglich machen,
[00:01:23] dass er noch auf die eine oder andere Weise hier zu Wort kommen wird. Was haben wir uns vorgenommen für unsere Klausurtipps-Folge? Wollen wir mal etwas anteasern, worüber wir reden wollten? Was sind eure steilen Thesen, eure Hot-Takes? Macht die Hörerinnen und Hörer mal heiß. Nach dieser Folge wirst du dich um drei Punkte verbessern. Oh Gott. Ja, dafür nimmst du deine Hand ins Feuer? Nein, um Gottes Willen. Nein, nein, nein. Ich möchte überhaupt nicht auf diese Schiene gebracht werden.
[00:01:53] Aber ich fand es witzig. Wir wollen euch inspirieren und ein bisschen beruhigen, weil nämlich, ich glaube, jeder hat so ein bisschen die Sorge, ob er das wohl alles richtig macht mit den Klausuren und mit der Gestaltung der fünf Stunden und mit der Vorbereitung auf die Klausuren und so. Und erstmal ist es wichtig, mal zu hören, wie andere das machen. Und man redet vielleicht gar nicht so offen darüber. Und dann hört ihr mal unsere Meinung dazu. Und wir haben bestimmt auch aus unserer Erfahrung den einen oder anderen Tipp,
[00:02:20] wo wir schon mal gemerkt haben, dass irgendwas vielleicht nicht ganz so glücklich ist und so. Deswegen glauben wir schon, dass wir euch die Klausur erleichtern können zumindest. Und ich habe ein paar Dinge anzuteasern. Bei mir wird es unter anderem um nervige Kinder auf der Rücksitzbank gehen. Also langjährige Hörerinnen und Hörer wissen vielleicht, in welcher Richtung das gehen mag. Oder wie man eine Musterlösung erkennt. Darüber möchte ich auch gerne reden. Den Konkurrenztrick aus dem Strafrecht schon mal gehört vielleicht? Nein. Ich noch nicht, nein. Darüber möchte ich auch sprechen.
[00:02:50] Und vielleicht über die eine Wahrheit, die wirklich wahr ist. Die eine pauschale Regel, die immer zutreffend ist. Könnt ihr auch schon mal Tipps abgeben, was das sein könnte? Du hast nur fünf Stunden Zeit. Ja, das ist richtig. Man hat nur fünf Stunden Zeit. Zum Beispiel. Ja, wir werden sehen. Wie immer an dieser Stelle, wir haben im Vorfeld dieser Folge auch euch, liebe Hörerinnen und Hörer, über Instagram gefragt, was eure Klausurtipps denn so sind.
[00:03:19] Die werden wir hier auch zur Sprache bringen und einführen. Das haben wir unter unserem Instagram-Kanal gemacht, unter rev.pod. Und ich habe auch auf meinem LinkedIn-Kanal nach entsprechenden Tipps gefragt und eingesammelt. Auch die werde ich hier später noch wiedergeben. An dieser Stelle auch der Hinweis, du kannst uns erreichen unter jura.rev.pod.gmail.com. Und nicht zu vergessen unseren Folgenguide, den es mittlerweile gibt unter revpod.de. Da findest du alle unsere Folgen systematisch aufbereitet.
[00:03:49] Also wenn du gerade in der Strafstation zum Beispiel bist, kannst du dort dann nachschlagen, welche Folgen für dich relevant sein können. In diesem Sinne, um dann direkt mit Relevanz weiterzumachen, würde ich vorschlagen, dass wir uns einmal alle an die Hand nehmen und dann gemeinsam durch den Jingle gehen. Bis gleich. Bis gleich. Ich hatte auch noch. Bis gleich, bis gleich, bis gleich. Ja, herzlich willkommen zurück.
[00:04:15] Und ich würde direkt am liebsten gerne starten mit der einen pauschalen Wahrheit, die immer richtig ist. Und das hängt nämlich zusammen mit einem wichtigen Disclaimer, den wir vielleicht vor die Klammer einmal ziehen sollten. Und zwar die eine Regel, die immer zutreffend ist, ist, dass es keine pauschalen Regeln gibt, die richtig sind. Hört sich so ein bisschen widersprüchlich an, aber wir werden jetzt viele Tipps gleich besprechen und wahrscheinlich auch diskutieren. Wir werden nicht immer einer Meinung sein. Und unsere Tipps sind erstmal alles nur Lernangebote.
[00:04:45] Richard, du hast es in der Einführung ja auch schon einmal angesprochen. Also die euch inspirieren sollen, die ihr mal ausprobieren sollt, um zu gucken, ob ihr damit besser durch die Klausuren kommt. Genau. Man hört auch immer so häufig so pauschale Regeln, keine Ahnung. Wer den Porsche-Fall nicht kennt, der kann im Zivilrecht keine fünf Punkte schreiben. Oder wenn die Anklageschrift fehlt, dann ist man automatisch durchgefallen. Das ist kein Scherz, hat mir ein Referendar geschrieben, der die Anklageschrift nicht hatte, der trotzdem in der Klausur im Examen dann acht Punkte geschrieben hat, also eine sehr ordentliche Note.
[00:05:15] Genauso falsch ist die pauschale Regel. Wenn der Tenor fehlt, dann ist die Klausur durchgefallen. Das ist alles, man kann das alles nicht in so pauschale Korsetts packen, weil die Bewertung einer Klausur eben ja ein komplexes Unterfangen ist und Unterwürdigung aller Einzelaspekte der Klausuren erfolgt. Also wenn etwas hier blöd ist, aber woanders besonders toll, dann kann die Klausur halt immer noch insgesamt gut werden. Genau. Und weil alles unter dem Prüferermessen steht, dem sogenannten,
[00:05:43] dann muss man sich auch klar machen, dass die Prüfer ja auch unterschiedlich sind. Und deswegen, ich kann mal gleich einen Klausurtipp raushauen, der im Grunde auch über allen schwebt und fast schon am Ende der Klausur steht, aber vielleicht mal hier an den Anfang gehört. Nämlich, ihr könnt uns glauben, dass wenn ihr eine Klausur geschrieben habt, ihr mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht in der Lage sein werdet, zu beurteilen, wie die Klausur war. Weil man das gar nicht so machen kann. Selbst wenn man irgendwie den Gefühl hat, ach, das haben wir doch andere was anderes geschrieben oder das habe ich doch irgendwie anders in Erinnerung gehabt,
[00:06:12] kann es ja trotzdem sein, dass die Lösung, die man da hingepinnt hat, am Ende gut vertretbar ist und vom Prüfer gewertschätzt und gewürdigt wird. Weil man auch nicht so genau weiß, worauf kommt es dem Prüfer jetzt an. Es gibt ja auch welche, die legen Mehrwert auf den Stil und andere, die legen Mehrwert auf die Lösung und andere auf die Formalia. Und das kann man eben gar nicht so beurteilen. Und darum, das ist auch ein wichtiger Klausurtipp, finde ich, man selber kann seine Leistung eigentlich nicht beurteilen, weil sie im Prüferermessen liegt und nicht in eurem Ermessen. Und darum ist mein Klausurtipp Nummer eins schon mal,
[00:06:42] hakt nach jeder Klausur die Klausur ab. Denn ihr habt keinen Einfluss mehr drauf und könnt es auch nicht beurteilen. Ich glaube, wir alle kennen diese Erfahrung aus diesen Prüferseminaren auch, welche Notenspektren erreicht werden, wenn ein und dieselbe Klausur von zig unterschiedlichen Prüferinnen und Prüfern korrigiert wird. Das ist super interessant. Ja. Und ich spreche mit so vielen Referendaren, die gerade die Noten bekommen haben. Und fast jeder sagt mir zu irgendeiner Klausur, da dachte ich, die war super und die war dann nur ganz schlecht. Und zu einer Klausur, da dachte ich, die habe ich total verhauen
[00:07:11] und da habe ich die meisten Punkte. Und diese Erfahrungen haben so viele Leute gemacht. Und das bestätigt ja, dass man es eben nicht beurteilen kann. Und das heißt, weil wir kommen dann nach gleichem noch dazu, wie wichtig es ist, dass man einen ruhigen Geist hat und eine gute geordnete Psyche hat für die Klausuren. Und deswegen müsst ihr die Klausuren, wenn ihr sie geschrieben habt, abhaken und vergessen und auf die nächste konzentrieren. Ich hatte gerade was im Kopf, was ich noch sagen wollte. Ach ja, kleine Lebensbeichte von mir, weil du das gerade meintest,
[00:07:39] weil man die Klausuren so schlecht einschätzen kann. Weißt du, welche Zivilrechtsklausur nach meinem Gefühl am besten lief in meinem zweiten Examen? Ich hoffe, Z3 war es. Zwangsverstreckung, hätte ich auch gehört. Genau, Zwangsverstreckungsrecht. Und da war Richard, mein AG-Leiter, und die Klausur fiel am schlechtesten aus. Das ist wirklich eine Lebensbeichte enttäuschend. Habe ich dir, glaube ich, nie erzählt. Nee, hast du nie erzählt. Nee, insgesamt im Ganzen von allen acht Personen. Da muss ich mich entschuldigen. Da habe ich versagt. Ja, nee, da haben die Prüferinnen und Prüfer versagt.
[00:08:09] Nein, das hört sich natürlich umgekehrt auch so willkürlich an. Davon soll man sich jetzt auch nicht abschalten lassen. Es ist so, das System ist nun mal darauf angelegt, das ist ein komplexes Geschehen. Es besteht der Beurteilungsspielraum der Prüferinnen und Prüfer und das versucht man einzufangen, indem besonders viele Prüferinnen und Prüfer deine, liebe Hörerinnen, liebe Hörer, Klausuren korrigieren. Man muss sich ja mal vor Augen führen, in NRW acht Klausuren wären von je zwei Juristen, Juristen korrigiert. Und das sind in der Regel auch Juristinnen und Juristen, die auch schon im Beförderungsämter sind,
[00:08:36] also nicht irgendwelche Praktikerinnen und Praktiker. Das heißt, allein in schriftlichen Prüfungen gucken 16 Juristinnen und Juristen, also 32 Augen über die Klausuren. Sodass man halt sagt, im Schnitt führt dieses Verfahren dazu, dass es dann doch auch gerecht wird und dass sich mögliche Ausschläge einfach ausgleichen. Ja, das ist der Hintergrund. Ja, finde ich. Okay, wir sind da jetzt hingekommen. Ursprünglich war mein Ansatz, einfach nur der Disclaimer zu sagen, also glaubt keinen pauschalen Wahrheiten. Also auch wenn euch jetzt jemand sagt,
[00:09:06] ey, ihr habt den Tenor versaut, jetzt ist die Klausur vorbei, davon nicht kirben machen lassen. Das ist schlichtweg falsch. Wahr ist einzig nur, dass sich jede Pauschalierung verbietet. Genau. Jetzt gehen wir mal zeitlich vor, vor den Klausuren. Also wir machen zwar eine Klausurtippsfolge, aber man beschäftigt sich ja eigentlich die meiste Zeit mit den Klausuren gar nicht während der Klausurbearbeitungszeit. Die beträgt in NRW pro Klausur ja nur sechs Stunden, sondern die ganze Zeit in der Vorbereitung. Fünf Stunden. Fünf Stunden. Fünf Stunden, sorry. Fünf Stunden. Ja. Peinlich.
[00:09:35] Das ist schon so lange her, Christian. Ja, hier ist es so warm auch gerade im Raum. Wir haben gerade so gutes Wetter. Genau, fünf Stunden, sondern in der ganzen Vorbereitungszeit, während man sich auf die Klausurnummer vorbereitet. Was sind da so eure Tipps? Also was die Vorbereitungszeit anbelangt? Oder soll ich mal anfangen? Ja, fangen wir mal an. Ich fange mal an mit einem Tipp und ich würde sagen, den wird jeder von uns unterschreiben und zwar, der lautet, sehr viel Probeklausuren schreiben. So viele wie geht. Ja, so viele wie geht.
[00:10:04] Da kann man dann wieder so ein bisschen, wenn man jetzt nur noch Klausuren schreibt und so gar keine Systematik mehr lernt. Nein, aber so viele wie man einbauen kann, so dass man es eben auch nur gut hinbekommt, noch was nachzuarbeiten, den Stoff nachzulernen, den man in der GES lehrt und so. Aber eben nicht sagen, ach nee, Klausuren brauche ich jetzt ja noch nicht, das mache ich später, das meine ich damit. Also von Anfang an am Ball bleiben und Klausuren schreiben und jedenfalls zum Beispiel ausnahmslos jede offiziell angebotene Klausur schreiben.
[00:10:33] Das sind ja die offiziellen Examsklausuren, bisschen älter, aber immerhin offiziell gelaufen. Und die müssen auf jeden Fall alle mitgeschrieben werden. Kam auch viel von den Hörerinnen und Hörern an dieser Tipp, Klausuren schreiben. Können wir da mal ein bisschen näher drüber reden, was könnt ihr, oder würdet ihr euch zutrauen, eine Einschätzung abzugeben, ob jetzt eine Klausur pro Woche oder zwei Klausuren pro Woche? Das kann ich sogar ganz konkret sagen, in meinem Fall, wie ich das gemacht habe. Ich habe ab einem Jahr vor meinem Examen wirklich mich diszipliniert,
[00:11:02] jede Woche eine Klausur zu schreiben. Und die letzten drei Monate habe ich, also nee, das ist nicht richtig, weil man noch die Korrekturzeiten einkalkulieren musste. Ich habe in den letzten vier Monaten, wobei der letzte, nee, ich muss das anders formulieren. Oh mein Gott. Also es war so, ich habe ein Jahr vor, sorry, ich habe ein Jahr vor meinem Examen angefangen, einmal pro Woche eine Klausur zu schreiben. So, den letzten Monat vor meinem Examen habe ich keine Klausuren mehr geschrieben. Also den allerletzten Monat vor meinem Examen habe ich keine Klausuren mehr geschrieben,
[00:11:31] weil, keine Ahnung, ich wollte mich nicht so kirre machen und habe dann meine Energie darauf verwendet, Karteikarten und so weiter zu wiederholen. Und die drei Monate bis zum letzten Monat, könnt ihr mir soweit folgen? Ja, der vorletzte, vor vorletzte und vor vor vorletzte. Genau. Da habe ich zwei Klausuren die Woche geschrieben. Ah ja, okay, da hast du also das Pensum erhöht. Da habe ich das Pensum erhöht, ja. Wie habt ihr das gemacht? Oder du vor allem? Du bist ja am nächsten dran. Als wäre es erst gestern gewesen, kann ich mich natürlich ganz genau entsinnen. Nein, Scherz.
[00:12:01] Ich habe, aber ich weiß, dass ich auf jeden Fall auch eine Klausur mindestens pro Woche geschrieben habe über einen Klausurenkurs. Und ich habe das vielleicht nicht so strikt gemacht. Ich glaube, wenn ich es dann noch geschafft habe, dann habe ich versucht, noch eine zweite dazu zu schreiben. Irgendwie, manchmal hat man ja auch diese Klausurwochen, aber ich würde sagen, also wenn ich es jetzt pauschalieren würde, dann würde ich sagen, ich habe eine Klausur pro Woche beschrieben und das habe ich auch nicht hochgefahren. Also nicht so wie du. Dafür hat meine Energie nicht gereicht. Bei mir war es noch anders,
[00:12:31] weil bei uns kursierte halt weniger Stoffe. Wir hatten halt weniger Klausuren, die jetzt gibt es illegalistisch, zum Beispiel was alles. viele Klausuren und Lösungs-Skizzen aus den Arbeitsgemeinschaften und so was. Das heißt, man hat mehr Möglichkeiten zu üben, das hatten wir nicht, sondern wir hatten die Klausuren, die bei uns in den AGs geschrieben wurden. Da war es aber zum Beispiel noch anders. Wir hatten vor dem Examen 16 Klausuren am Stück, die wir geschrieben haben. Das war so ein Klausurenkurs ganz am Schluss nochmal. Das war so ein super Examens-Training, wenn man so will. 12, 12 Klausuren waren es am Stück.
[00:13:01] Und ich habe mir auch vom Repetitor ab und zu welche besorgt dann, also da gebucht quasi. Aber es gab halt weniger Möglichkeiten, welche zu schreiben. Ich hätte viel mehr noch geschrieben, wenn ich die Gelegenheit gehabt hätte. Und heutzutage hat man ja einmal die Möglichkeit, eben Klausuren selber zu schreiben und vielleicht auch irgendwie korrigieren zu lassen oder eben kommen gleich bestimmt noch zu dem Tipp untereinander zu korrigieren, wie auch immer. Aber eben Klausuren lösen hilft ja auch schon, dass man sich eben eine Klausur nimmt, eine Lösungskizze macht und dann eben vielleicht zwei Stunden für so eine Klausur nimmt und versucht, am Ende eine Lösungskizze zu haben.
[00:13:30] Wie ja zum Beispiel in NRW, dieser Klausurenkurs der OLGs, der ist ja darauf angelegt, dass man eine Klausur so löst und dann nachher bespricht. Aber auch die AG-Klausuren. Also auch das, was in der AG stattfindet, ist ja genauso darauf angelegt, dass man die Klausuren, die man geschickt bekommt zu den Arbeitsgemeinschaften, dass man sich da wirklich konzentriert, zwei, zweieinhalb Stunden hinsetzt und die löst, wie wenn man sie im Examen lösen würde, nur eben ohne ausformulieren. Das ist ja auch schon super Training. Ja, aber das Tollste ist natürlich, wenn man eine individuelle Korrektur bekommt.
[00:14:00] Woher bekommt man die? Natürlich primär vom Dienstherrn, also in den Arbeitsgemeinschaften. Dann gibt es natürlich Angebote von Repetitorien, die ich auch beansprucht habe, wo ich auch sagen kann, ich persönlich habe da viele ausprobiert und da ist wirklich kein zu richtig empfehlenswert. Aber es gibt halt irgendwie, irgendwas muss man ja dann am Ende machen sozusagen. Und dann habe ich mich halt für das eine oder andere entschieden. Aber so richtig empfehlenswert fand ich das auch nicht. Ich habe das halt dann gemacht, um halt eine zusätzliche individuelle Korrektur zu bekommen. Oder es gibt die Möglichkeit,
[00:14:28] das hast du angesprochen, Richard, gerade. Und das hat uns auch ein Hörer geschickt, beziehungsweise auch jemand, der schon mitgewirkt hat in dem Podcast, nämlich der Martin Leising. Der hat die Folgen zum Verwaltungsvollstreckungsrecht mitgemacht. Der ist jetzt Richter am VG Düsseldorf. Viele Grüße an der Stelle. Der hat den Tipp formuliert und der ist total sinnvoll. Und das habe ich damals auch so gemacht, Klausuren in der Privat-AG wechselseitig zu korrigieren. Die haben das angedockt an den OLG-Klausurenkurs.
[00:14:56] Also wenn eine Klausur im Klausurenkurs besprochen worden ist, die wird dort nicht individuell korrigiert. Dann haben die selbst die Klausuren ausformuliert und sich dann untereinander zugeteilt und dann korrigiert wechselseitig. Und das ist auch eine super, super Übung, weil man merkt, man lernt unterschiedliche Stile kennen. Man lernt auch so kennen, wie auch so ein bisschen die Korrektorensicht ist. Worauf kommt es an? Was nervt vielleicht auch? Und man lernt dadurch unglaublich viel. Nimmt natürlich auch einiges Zeit in Anspruch. Aber das ist ja in der Punkt,
[00:15:26] in beiderlei Hinsicht. Man lernt durch das Korrigieren und durch das Korrigiert bekommen. Darüber kann man sich dann ja austauschen im Privata-AG. Wieso hast du das angestrichen? Oder wieso machst du das so und so? Und das hilft einem ja auch, wenn man sich damit auseinandersetzt. Oder man stolpert über verschiedene Formulierungen. Das hilft ja auch manchmal. Einleitungssätze. Das ist ein kleines Nebengleis, aber auch an dieser Stelle der Tipp für den besten Nebenjob der Welt im Referendariat, Klausuren korrigieren. Ja, auf jeden Fall. Oder AGs an der Uni geben. Aber Klausuren korrigieren an der Uni zum Beispiel fürs erste Examen,
[00:15:56] also die Probeklausuren, das ist auch total hilfreich, um seinen Blick fürs zweite Examen zu schulen, worauf es ankommt. Und das möchte ich nochmal sagen, ich rede ja mit vielen als Ausbildungsleiter, mit vielen auch Repetenten, die in den Ergänzungsvorbereitungsdienst gehen. Und dann sprechen wir natürlich darüber, was sie meinen, woran es gelegen hat. Und das ist schon das Häufigste, was die Repetenten selber sagen, dass sie sagen, ich hätte mehr Klausuren schreiben sollen. Das kann man ja einfach mal so mitnehmen auch, dass man wirklich sagt, okay, das hat er nachher auch bei den Klausuren sich gezeigt,
[00:16:25] dass man vielleicht zu wenig Übung hatte. Ja, wobei Schreiben alleine, da gibt ihr mir sicher recht, reicht allein nicht, sondern man sollte es unter möglichst realistischen Bedingungen schreiben. Also den Ernstfall so genau wie möglich simulieren. Du hast gerade Repetenten angesprochen. Ich hatte auch eine Repetentin, die mir gesagt hat, also eine Kandidatin, die einmal durchgefallen ist und dann sich auf den Wiederholungsversuch vorbereitet hat und es übrigens dann im Wiederholungsversuch auch geschafft hat. Die hat mir während der Vorbereitung auf den Wiederholungsversuch erzählt,
[00:16:54] sie hat während der Probeklausuren ständig und regelmäßig nur zehn Minuten überzogen, die Klausuren. Weil sie dachte, das ist schon nicht so viel und im Ernstfall kriege ich das irgendwie zusammengerafft, diese zehn Minuten. Das ist ja praktisch nichts, diese zehn Minuten. Aber sie hat mir dann erzählt, genau diese zehn Minuten waren es dann immer, die ihr immer mindestens fehlten in den echten Klausuren. Ja, man gewöhnt sich dran. Ja, und man sollte es umgekehrt machen. Das wäre nämlich mein nächster Klausurtipp zur Vorbereitung auf die Klausuren. Man sollte sich disziplinieren, vielleicht weniger als die Bearbeitungsversuch
[00:17:24] Zeit von fünf Stunden in Anspruch zu nehmen, vielleicht mal minus 15 oder 30 Minuten. Ich habe einen Fahrausdruck dafür. Over-Distance Training. Das habe ich damals zum Schwimmen gehabt. Wenn wir auf 100 Meter trainiert haben, sind wir 125 Spur geschwommen, weil dann einem die 100 so wenig vorkam, dass man da mehr Kraft für hatte. Das ist ja genau dasselbe. Ja, vielleicht eine halbe Stunde ist dann vielleicht auch schon zu herausfordernd, finde ich persönlich. Aber eine Viertelstunde fände ich super. Das ist eine tolle Idee von dir. Eine Viertelstunde sich zielsetzen, eine Viertelstunde früher fertig zu sein,
[00:17:53] weil im Examen ist man vielleicht noch einen Hauch nervöser. Ja, auf jeden Fall. Und braucht ein bisschen länger, um was im Kommentar zu finden, weil die Hand ein bisschen zittert. Und irgendwas ganz normal ist. Das ist ganz normal, um das klarzustellen. Aber deswegen ist es gut, wenn man das trainiert hat, immer auf jeden Fall frühzeitig fertig zu sein. Ich finde das ein super Tipp. Und man sollte sich jetzt auch nicht zu sehr grämen oder sich jetzt auch nicht zu viel Gedanken um die Noten in den Probeklausuren machen. Die Probeklausuren sind da, um den Ernstfall vorzubereiten. Und alles, was in den Probeklausuren passiert, bleibt in den Probeklausuren.
[00:18:23] Also mach, liebe Hörerinnen, lieber Hörer, deine Fehler dort. Pfeil tausendfach in deinen Probeklausuren durch, weil du es dann nicht im Examen tun wirst. Und dazu noch zwei Sachen. Einmal auf keinen Fall pfuschen. Auf keinen Fall. Wir können es ja nicht mehr kontrollieren. Dadurch, dass man jetzt elektronisch schreibt, ist natürlich die Verlockung in Juros oder Backonline zu gucken, was ja freigeschaltet ist in NRW für die Referendare, groß. Aber es ist natürlich im Examen nicht möglich. Und deswegen ist es ein absolut sinnloses Unterfangen, das zu machen, weil man dadurch auf keinen Fall den Übungseffekt mitnimmt.
[00:18:53] Dann täuscht man sich ja selber. Und nur, um eine bessere Note zu kriegen. Aber die Übung ist viel besser. Und ich sage auch immer den Leuten, wenn ihr die Klausur lest und denkt, kann ich nicht, dann nicht irgendwie Kopfschmerzen kriegen und nach Hause gehen und aufhören, sondern dann erst recht. Übt doch mal, was mache ich eigentlich mit einer Klausur, mit der ich nicht zurechtkomme? Schaffe ich es da vielleicht noch vier Punkte zu holen? Und übrigens, oder wenigstens drei, oder für die, die um VB kämpfen, sieben oder sechs, weil am Ende zählt jeder Punkt. Und das ist völlig egal, ob das im unteren Bereich oder im oberen Bereich ist. Jeder Punkt zählt. Und es ist doch ein fantastisches Training,
[00:19:23] das klingt immer so zynisch, ist aber nicht so gemeint, fantastisches Training, eine Klausur zu üben, die man nicht kann. Und wie kommt man damit zurecht? Und was kann ich noch rausholen? Und das kann ja auch sehr beruhigend sein, wenn man sieht, oh, die konnte ich überhaupt nicht, habe aber noch vier Punkte gekriegt bei einem strengen Bewerter. Und deswegen immer, immer, immer schreiben. Gerade dieser Lerneffekt, den kann man gar nicht unterschätzen, wenn man wie ein Ochs vorm Berg vor der Klausur steht und überhaupt nicht weiß, was Sache ist und sich dann allerdings zusammenrafft und auch die Disziplin aufbringt, sich da jetzt durchzubeißen in dieser Probeklausur
[00:19:52] und dann am Ende zu bestehen und vielleicht auch gar nicht so schlecht zu bestehen, vielleicht auch mal in sechs Punkten oder so. Das ist ein ganz, ganz toller Lerneffekt, weil das zeigt einem nämlich, es kommt eben auf Methodik an und weniger auf das Wissen, Präsenzwissen. Ja, dazu gehört, unter realistischen Bedingungen zu arbeiten. Auch dazu haben uns einige Hörertipps erreicht, dass man möglichst frühzeitig anfängt, mit den aktuellen Kommentaren gesessen zu arbeiten. Oh ja. Ja, warum?
[00:20:22] Kommentare sind einfach das Handwerkszeug, was wir haben. Ja, und vor allen Dingen, ich glaube, es geht ganz vielen so, dass sie so ein optisches Gedächtnis haben. Ich weiß dann doch, dass das irgendwie rechts oben steht oder sowas. Ja, und dann gucke ich da und finde das dann viel, viel, viel schneller, als ich das zum Beispiel auch in Online-Kommentaren finde. Und man gewöhnt sich ja schon Dinge an und erinnert sich an Dinge. Und ganz abgesehen davon muss man wissen, wo was steht. Das ist ja eins der Hauptprobleme. Es ist ja nicht immer alles völlig einleuchtend, das an einer bestimmten Stelle kommentiert, sondern manchmal muss man halt mal ein bisschen suchen.
[00:20:52] Und wenn man das schon mal getan hat, dann spart man sich drei Minuten im Examen. Und dieses optische Gedächtnis, das stellt sich natürlich immer erst dann ein, wenn ich es ein paar Mal gemacht habe und ein paar Mal zur Hand genommen habe. Auch die Art und Weise, wie ich mit dem Kommentar arbeite. Und da empfehle ich auf jeden Fall auch immer in der Anfänger-AG, auch wenn es noch komisch ist, aber sich dazu aufzuraffen, einfach mal bestimmte Dinge, die wir so in der AG besprochen haben. Irgendwas, keine Ahnung, Feststellungsklage oder so.
[00:21:20] Einfach mal den 256 so querlesen, was denn da eigentlich so drinsteht und ja so die Kommentararbeit einfach zu üben. Ja, das war auch ein Hörertipp, die Kommentare bereits als Lernressource zu benutzen. Also wenn man eine Thematik lernen muss, zum Beispiel Feststellungsklage oder Wiederklage oder sowas, gar nicht zunächst direkt ins Skript zu gehen, sondern einfach mal den Kommentar aufzuschlagen, Thomas Putzo. Oder wenn ich, keine Ahnung, was im Deliktsrecht nacharbeite, dann erst mal mit dem Grüne Berg arbeiten. So lernt man dann halt auch so Dinge, wo Sachen stehen, die vielleicht schwierig zu merken sind.
[00:21:49] Ich fand zum Beispiel immer unglaublich schwierig zu merken, dieses Vier-Stufen-Modell bei der Abrechnung von Reparaturkosten nach Verkehrsunfällen. Bis ich gemerkt habe, das steht alles im Grüne Berg, nämlich bei 249 kommentiert. 249 insgesamt ein Paragraf, wo super viel kommentiert ist. Das findet man aber nicht im Eifer des Gefechts, wenn man nicht so ein bisschen, wie du sagst, Richard, so auch ein bisschen optisch geschult ist, wo das so wie steht. Und gerade die Chaosnormen, wie 249 sind super Beispiele, die einfach mal wirklich überfliegen oder so querlesen, weil da wundert man sich,
[00:22:19] was da alles kommentiert ist. Man denkt immer, das sage ich auch immer den Anfängern, sie denken immer, sie müssen das alles auswendig können. Aber gucken Sie doch mal einfach in den Grüne Berg. Sie sehen, da wird genau das drinstehen, was wir gerade besprochen haben. Ja, zu meinen Lieblingstipps in dem Zusammenhang gehört auch das Staatshaftungsrecht, das natürlich bei 839 kommentiert, aber vor allem vor 903. Da ist das alles kommentiert rund um diesen Aufopferungsanspruch, enteignungsgleicher, enteignender Eingriff und so weiter. Und übrigens, in NRW ist es ja auch nicht mehr ganz ausgeschlossen, dass Klausuren mit arbeitsrechtlichem Einschlag kommen.
[00:22:49] Die sind auch, also das Arbeitsrecht ist auch relativ ausführlich kommentiert im Grüne Berg, nämlich vor 611 BGB. Zum Beispiel das Kündigungsschutzgesetz ist vor 620 BGB momentiert. Und das AGG ist zum Beispiel ja auch separat kommentiert im Grüne Berg. Oder auch so Dinge, wie zum Beispiel, einfach zu sehen, was ist überhaupt kommentiert, wenn man zum Beispiel jetzt aus dem Zwangsvorsteckungsrecht in 805 die Klage auf vorzugsweise Befriedigung anguckt. Da ist halt hinten, sind die Tenöre halt abgedruckt im Thomas Putzu, den man in NRW benutzen darf. Das heißt,
[00:23:19] da weiß man schon, okay, das brauche ich mir jetzt nicht auswendig reinzufeifen, wie man so einen Tenor macht. Das ist im Kommentar drin. Ja, und im Thomas Putzu sind die ja sogar unter Strichen hervorgehoben. Das ist auch immer gut zu wissen. Schau mal. Ja. Das bringt einen so an. Dazu hat uns eine interessante Einsendung erreicht von einem Hörer. Einsendung? Per Post? Per Post, per Fax. Per Fax. Und als Redford-Fax-Telgram. Da hat er Folgendes geschrieben. Er meinte nämlich, man sollte immer die aktuellen Ergänzungsbandlieferungen einsortieren. Ich spreche aus einer sehr leidigen
[00:23:48] eigenen Examserfahrung. Dann habe ich ihn gefragt, was diese leidige Examserfahrung denn gewesen sei. Und da meinte er, dass er, also betraf das erste Examen, die zweite Überrechtsklausur, da ging es um eine Landesverfassungsbeschwerde. Und er hat in der Klausur gemerkt, dass ihm ein paar Artikel aus der Landesverfassung fehlen, weil er offenbar bei dem Einsortieren der Ergänzungslieferung offenbar die Landesverfassung mit dem Verfassungsgerichtshofgesetz vertauscht hat.
[00:24:17] Und dadurch fehlten ihm tatsächlich ein paar Artikel aus der Landesverfassung. Und er hat mir dann geschrieben, er hatte noch nie im Leben so eine Panik, hat sich dann aber gefangen und hat dann einfach nach Grundgesetz die Klausur gelöst. Und das war am Ende auch richtig. Man braucht die Landesverfassung nur, um einen Verweis aufs Grundgesetz zu bekommen. Und er meinte, die Klausur fiel dann sogar am Ende erstaunlich gut aus. Also eine ganz schöne Geschichte, die uns zweierlei lehrt. Erstens Ergänzungsbandlieferung einsortieren und zweitens, wenn das mal nicht hinhaut, don't panic, man kann immer noch
[00:24:47] die Klausur rumreißen. Ich hatte im ersten Examen interessanterweise was ähnliches. Und zwar stellte ich zu Beginn meiner ersten Örechtsklausur fest, dass mein Sartorius weg war. Er war einfach weg. Wir konnten damals, ich weiß nicht, wie das bei euch war, die Gesetzesblöcke im Raum lassen. Da hatten wir alle so eine Ecke und dann Örecht Einstand an. Ich gehe so, ich will nicht sagen fröhlich, ich ging da halt hin und will meine Gesetzstexte nehmen und der Sartorius ist weg. Okay. Krass, ne? Und dann? Ja, und dann hat sich das JPA tatsächlich erbarmt.
[00:25:16] Es kam dann irgendwann ein Wachtmeister rein, hat so einen roten Schingen hochgehalten und nur gerufen, wer braucht ein Buch? Und das war dann der Sartorius für mich. Aber das macht das, also offiziell machen die Prüfungsämter das eigentlich nicht. Es werden keine Gesetze bereitgestellt. Also ich weiß nicht, unter welcher Norm das jetzt fiel oder ob das eine Ermessensentscheidung war oder wie oder was, aber da hatte ich irgendwie Glück gehabt. Hast du denn dann im Nachhinein? Der ist nie aufgetaucht. Das ist ja verrückt. Mein Sartorius aus dem ersten Examen, also schöne Grüße an der Stelle, den hat jetzt einer als Wertanlage zu Hause. Ja, genau, richtig.
[00:25:46] Er hat keine Ahnung, wo der geblieben ist. Irgendwer sitzt da zu Hause in seinem Ohrensessel, hört uns und Christian und versteinertet irgendwann bei Ebay. Und streichelt diesen Sartorius. Er lacht so diabolisch. Ich habe ihn. Ja. So, realistisches Training. Dazu gehört auch, liebe Hörerinnen, lieber Hörer, wenn du in zum Beispiel Nordrhein-Westfalen bist und E-Klausuren schreiben willst, dich möglichst frühzeitig mit dem E-Klausuren-Programm vertraut zu machen. Das hat nämlich, würde ich sagen, seine Eigenheiten
[00:26:16] und die sollte man einfach kennenlernen, so früh es geht. Ich verstehe nicht, warum es immer noch da draußen Menschen gibt, die dann ihre Klausur hier in der AG in Word schreiben. Das erschließt sich mir nicht. Ja, da lag hier zum Beispiel in Münster daran, dass wir kein WLAN hatten. Und dann geht das nicht. Es ist browserbasiert. Und wenn du keine stabile Internetverbindung hast, kannst du es nicht machen. Ach so, okay. Und deswegen mussten die es, wenn sie hier geschrieben haben, in Word schreiben, jetzt haben wir wieder WLAN, Gott sei Dank. Jetzt geht das erst wieder, aber es geht erst seit zwei Monaten wieder. Das heißt, vorher funktioniert das nicht. Aber das ist halt deshalb doof, weil Word eben
[00:26:45] die berühmte Rechtschreibhilfe hat, die Rechtschreibkontrolle hat. Es wird alles rot unterkringelt, was falsch ist. Das hat, das hilfst du derzeit nicht, aber das Examen-Tool derzeit nicht. Und das bedeutet, dass man sich wirklich zusammenkreisen und konzentrieren muss, dass man nicht zu viele Tippfehler anfertigt, weil wenn es anfängt, den Prüfer zu triggern und das tut es irgendwann, ist auch doof. Ja, genau. Das ist so ein Punkt. Rechtschreibkontrolle. Wir müssen jetzt an dieser Stelle die ganze Zeit immer sagen, derzeit oder nach derzeitigem Stand, weil das ist ständig im Fluss. Seitdem es das Programm gibt,
[00:27:15] hat sich auch schon wieder einiges getan sozusagen. Also keine Rechtschreibkontrolle. Zum Beispiel gibt es mittlerweile einen Taschenrechner standardmäßig in diesem E-Klausuren-Schreibprogramm. Das ist auch ganz interessant. Jedenfalls ab dem Zeitpunkt, wo es keine Papierschreiber mehr gibt, entfallen dadurch paar klausurtaktische Erwägungen. Früher gab es so bestimmte klausurtaktische Erwägungen nach dem Motto, ah, dieser Antrag, der kann jetzt nicht unbegründet sein, weil ich dann zu einer Kostenquotelung käme, die ich im Kopf gar nicht ausrechnen kann.
[00:27:44] Diese klausurtaktische Erwägung greift halt nicht, wenn ich einen Taschenrechner zur Verfügung habe. Aber die Papierschreiber kriegen einen. Ach, die kriegen einen? Ja, die kriegen einen. Ach so, okay. So viel ich weiß. Und deswegen ist diese klausurtaktische Erwägung im Grunde zumindest sowieso geschwächt. Also ich würde immer noch sagen, ich glaube nicht, dass die Klausuren darauf ausgerichtet sind, dass sie jetzt den Taschenrechner benutzen. Nach meinem Kenntnisstand war das, weil RFs das gefordert haben, dass es den gibt. Und dann hat man gesagt, okay, dann kriegt der einen. Aber ich würde immer noch es für wahrscheinlich erhalten, dass es was im Kopf Ausrechenbares gibt. Aber man kann sich nicht mehr so darauf verlassen wie früher.
[00:28:14] Das ist eben der Punkt. Man kann sich nicht mehr so darauf verlassen. Dann, dass die Seitenzahlen nicht im Bearbeitungsmodus angezeigt werden. Das ist nach wie vor ein großes Problem, vor allem, wenn man in Rechtsanwaltsklausuren im praktischen Aufgabenteil dann konkrete Bezugnahmen machen will. Da in Nordrhein-Westfalen behilft man sich nach meinem Kenntnisstand da derzeit mit so einer Krücke, dass man auf das Vorschau-Symbol klickt. Da werden dann Seitenzahlen angezeigt. Die muss man sich dann merken, um sie dann in den Bearbeitungsmodus einzutreiben. So eine Krücke, mit der man sich gerade behilft.
[00:28:43] Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass da auf kurz oder lang auch irgendwas gemacht wird, damit das nicht mehr so umständlich wird. Ja, solche Dinge. Möglichst frühzeitig damit anfangen zu lernen. Dazu gehört, finde ich auch, also ich hätte mir, hätte ich die Möglichkeit gehabt, E-Examen zu schreiben. Ich hätte es mir sowas von gewünscht. Ich habe es gehasst, handschriftlich zu schreiben. Ich weiß nicht, das ist ein Furcht-Ding. Ich habe ja eine furchtbare Handschrift, wie manche wissen. Ja. Ich hätte mir auch überlegt, ob ich mir in der Vorbereitung das Equipment anschaffe. Also Maus und Tastatur, die kosten in Summe
[00:29:12] etwa 30 Euro neu, die da verwendet wird zum Nordrhein-Westfalen echten Examen. Das ist auf der Seite des LJPA, kann man sich da die Modelle heraussuchen. Die hätte ich mir persönlich besorgt. Ich auch. Ich glaube auch. Das haben wir als, also jedenfalls bei mir war das so, als ich Papier geschrieben habe, hatten wir auch alle so Empfehlungen für Stifte, die man benutzt, am besten benutzen kann. Also so Stifte, die halt besonders leichtgängig sind, blabliblub. Und die haben wir uns ja auch alle dann gekauft vor, vor dem Examen, um damit zu üben. Also warum nicht sich auch
[00:29:42] einfach die Tastatur kaufen? Ja. Und wenn es geht auch, für dich ist es immer noch besser, eine Präsenz zu schreiben mit anderen AG-Kollegen, um, ich sage immer, den Lärm und den Gestank der anderen zu üben. Also, dass man halt mit der Geräuschkulisse umgehen muss, dass man sich daran gewöhnen muss, dass neben mir einer raschelt und das gehört auch so ein bisschen dazu. Das ist halt gefakt, wenn man zu Hause im Wohnzimmer sitzt, alles schön ruhig, der Kühlschrank daneben und das ist nicht das gleiche Training wie vor Ort. Ja, und vielleicht auch nur ein Detail ist auch gut,
[00:30:11] wenn man sich an eine gewisse Platznot gewöhnt. Also man hat, keine Ahnung, zu Hause kann man sich ja unendlich ausbreiten, wenn man eine Klausur bearbeitet. Das geht im AG-Raum nicht so einfach und das geht halt im echten Examen auch nicht so einfach. Ja, schreiten wir mal näher zum echten Examen, würde ich sagen. Jetzt haben wir einiges über die Vorbereitung gesprochen. Sprechen wir doch mal vielleicht um die Zeit kurz vor den Klausuren, vielleicht den Tag oder den Abend vor den Klausuren. Da haben wir, Herr Richard, ja eine Folge auch zugemacht. Das war die Folge 33, der letzte Tag vor den Klausuren. Darauf können wir Bezug nehmen. Wir können übrigens,
[00:30:41] was die Vorbereitungszeit anbelangt, ich werde ganz viel Bezug nehmen in dieser Folge. Es ist ja unsere hundertste Folge und wir können jetzt auch mal so einen Überblick über unser ganzes Oeuvre geben, das ganze Werk, was wir in diesen drei Jahren geschaffen haben. Also wir haben, was die Vorbereitung auf die Klausuren anbelangt, da haben wir die Examenstagebücher gemacht. Das sind die Folgen 48, 50, 50, 55 und 59. Da haben wir auch immer ganz extensiv darüber, also da haben wir zwei Examskandidaten begleitet auf ihrem Weg
[00:31:10] zu den Klausuren und haben viel darüber geredet, wie man sich am besten auf die Klausuren vorbereitet. Ja, wir haben schon über den letzten Tag vor dem Examen in der Folge 33 gesprochen, aber vielleicht hier nochmal so in Kürze zusammengefasst. Ja, in meinen Augen der wichtigste Tipp ist, rechtzeitig vor den Klausuren Schluss mit Jura zu machen, um den Kopf freizupusten und körperliche Kraft zu sammeln. Also der wichtigste Tipp, den ich dafür habe, das habe ich immer schon vertreten und ich habe übrigens so viel Bestätigung auch von Referendaren bekommen, dass man acht Klausuren
[00:31:39] erfordert halt sehr viel Kapazität, körperlich und auch geistig, Kraft und Energie und wenn ich bis kurz vor den Klausuren Jura mache und mich da mit Paragraphen irgendwas beschäftige, mache ich meinen Geist müde, auch wenn ich das vielleicht nicht so merke oder ich gehe sogar mit Jura im Kopf ins Bett und schlafe da vielleicht nicht so gut ein und das kostet mich Körner für die Klausuren und mir haben so viele bestätigt, was ich denen auch vorher schon immer gesagt habe, es ist ein bisschen wie Sport, nach der achten Klausur ist man fix und fertig. Das ist nicht so, dass man acht Klausuren schreibt und dann fröhlich pfeifend
[00:32:09] einen Marathon laufen kann, das ist eben nicht so, sondern man ist danach wirklich kaputt und man muss Konditionen haben für acht Klausuren und das bereitet man dadurch vor, dass man sich rechtzeitig ausruht, auch zwischen den Klausuren ausruht und eben Jura weglegt und keine Angst, ihr werdet nichts vergessen, was ihr für die Klausur braucht, nichts, denn ihr braucht kein Präsenzwissen, was das Wort eben benutzt, sondern ihr braucht Handwerkszeug und das habt ihr drauf, da vergesst ihr kein bisschen von. Das heißt, ihr könnt euch wirklich drauf verlassen, wenn ihr ein, zwei Tage vorher Schluss mit Jura macht, seid ihr kein bisschen juristisch schlechter an den Klausuren,
[00:32:39] aber auf jeden Fall ausgeruhter und konditionsstärker und ihr werdet es merken, acht mal fünf Stunden ist schwer, die ganze Zeit Vollgas zu geben, aber ihr müsst die ganze Zeit Vollgas geben und darum ist das mein wichtigster Tipp und das haben wir auch ganz gut ausgerollt da, vorher Schluss machen, was Schönes machen, was euren Geist glücklich macht, ins Kino gehen, was auch immer, mit Freunden treffen, in den Zoo gehen, spazieren gehen, was hören, Musik hören, was auch immer, aber jedenfalls kein Jura. Ja.
[00:33:09] Was habt ihr gemacht? Wisst ihr es noch? Boah, nee. Ich weiß, dass ich zu meinen Eltern angereist bin mit Köfferchen, weil ich in Hamm damals die Klausur geschrieben habe und da ich aus Hamm komme, bin ich dann für zweieinhalb Wochen in mein Kinderzimmer eingezogen und da wurde ich bekocht und ich hoffe, ich habe nicht gelernt. Ich weiß es nicht mehr so genau. Ich erinnere mich auch nicht genau, das ist bei mir schon zu lange her, aber ich hatte auch meine guten Tipps noch nicht, muss ich dazu sagen. Da gab es auch noch kein RefPod. Nein, da gab es ein RefPod, und ich habe ja auch gelernt aus meinen eigenen Erfahrungen.
[00:33:39] Das ist ja, was ich hier sage, ist ja sowohl gefußt auf Erfahrungen mit ganz, ganz, ganz vielen Refs, die ich gesammelt habe, aber eben auch eigene Erfahrungen. Ich erinnere mich aber doch gut, was ich zwischen den Klausuren gemacht habe, das habe ich auch schon oft erzählt, nämlich kein Jura. Und zwischen den Klausuren habe ich gezockt, damals noch am PC und wurde auch bekocht von meiner Frau und das hat mir wahnsinnig geholfen, den Kopf frei zu haben und gut einzuschlafen, ohne Jura im Kopf einzuschlafen und am nächsten Tag relativ gut gelaunt zu den Klausuren zu gehen. Das ist nicht fröhlich, aber ja,
[00:34:09] wir haben vorher vor den Klausuren gelacht. Das war ganz wichtig mit den AG-Kollegen, nicht alle, aber einige. Wir haben gelacht und gescherzt und das war relativ locker und dann geht man irgendwie, finde ich, fitter und freier in die Klausur. Ja, um sich auch dazu zu disziplinieren, dass man sich Auszeit gönnt, gerade kurz vor den Klausuren, weil man braucht diese Auszeit, man muss jetzt Energie tanken, lohnt es sich, soziale Verpflichtungen vielleicht einzugehen, mehr oder weniger. Also ich habe mich immer am letzten Tag vor den Klausuren verabredet, irgendwas Bestimmtes zu machen. Also zum Beispiel vom zweiten Examen war ich auch im Kino,
[00:34:39] vom ersten Examen, das war ganz schön special, das wird dich, Richard, als Fußballfan jetzt vielleicht interessieren. Ich habe 2014 erst Examen geschrieben und ich weiß, an dem Abend vor meiner ersten Klausur hat Deutschland ein unglaublich torreiches Spiel in der WM gespielt. Ich habe jetzt in der Vorbereitung mal nachgeguckt, welches das gewesen sein. Ja, es könnte Brasilien gewesen sein, wo Deutschland 7-1 gewonnen hat oder es war das, also das war das Halbfinale sogar oder es war, ich glaube realistischer vom Zeitpunkt war es das Gruppenspiel gegen Portugal, da hat Deutschland
[00:35:08] auch 4-0 gewonnen und da haben wir halt Rudelwatching mit Freunden gemacht und ich habe ein Bier getrunken, also eins. Eins ist okay, eins ist immer okay, finde ich. Mehr und nicht weniger und das war die perfekte Ablenkung. Also es war phänomenal und dann natürlich das tolle Fußballspiel, es war ein schöner Sommerabend, ganz toll. Ach, da wünsche ich mich auch gerade direkt hin. In die Klausurenphase? Nein, an einen schönen lauen Sommerabend. Ja genau, wo man sich eher nicht hinwünscht, ist dann der Klausurraum.
[00:35:38] Was für eine Überleitung. den Ort des Gefechts und damit machen wir jetzt vielleicht mal weiter. Also man hat den letzten Tag vor den Klausuren jetzt verbracht, man hat wahrscheinlich mehr schlecht als recht geschlafen, was auch übrigens vollkommen normal ist. Vollkommen normal. Ich habe mir da übrigens auch nie vorgenommen, früh ins Bett zu gehen, sondern ich habe direkt gesagt, ich gehe eh nicht, also normalerweise gehe ich so zwischen 10 und 11 Uhr ins Bett und vor den Klausuren habe ich gesagt, ich schlafe eh nicht vor 1. Also vor 1 brauche ich gar nicht erst anfangen, ins Bett zu gehen. Dann war ich allerdings auch so rüber und müde,
[00:36:08] dass ich dann doch noch meine 4-5 Stunden Schlaf bekommen habe. Okay, wow. Ausprobieren. Dann wäre ich zur normalen Zeit gegangen. Ausprobieren. Das kennt man übrigens auch, jetzt kann ich auch mit einer Sportparallele kommen. Man sagt vor einem Marathon, also ich laufe hobbymäßig gerne Marathon, man sagt vor dem Marathon ist gar nicht die Nacht vor dem Marathon die wichtigste, sondern die wichtigste Nacht ist die zweite Nacht vom Marathon. Dass da wirklich die Zeit ist, wo der Körper regeneriert und die ganze Kraft zieht. Das heißt, wenn er die letzte Nacht schlecht schläft, kann man trotzdem noch sehr gut den Marathon absolvieren.
[00:36:37] Das kann ich auch nur bestätigen. Aber ich weiß noch, meine Marathon-Bestzeit bin ich gelaufen, auch nach einer ganz schlimmen Nacht, wo ich ganz wenig geschlafen habe. Willst du an dieser Stelle mal sagen, was deine Bestzeit ist? Nee, das behalte ich für mich. Das Adrenalin hilft allen. Die Aufregung geht einem ja auch durch. Das hält einem ja auch wach und so und deswegen schafft man das schon. Aber am Ende merkt man halt, dass auch wenn man wach gehalten wird, die Kraft halt nachlässt und die Konzentrationsfähigkeit. Und gerade jetzt am Ende, ich glaube in NRW sind die Übrigstags am Ende die letzten beiden. Das ist echt anspruchsvoll,
[00:37:06] da noch volle Konzentration fahren zu können. Und das geht nur mit Ruhe. Bitte vorher ausgeruht sein. Wichtiger Tipp wirklich. Der wichtigste finde ich. So kommen wir mal zu dem Klausurraum zurück. Da gehen wir jetzt also rein, positionieren uns, hängt dann jeweils von den örtlichen Gegebenheiten und von den Weisungen vor Ort ab, was jetzt genau Sache ist, was auch mit Handys und so weiter passiert. Ein Punkt wäre mir allerdings wichtig, einmal zu benennen. Und zwar in Nordrhein-Westfalen, wie in vielen anderen Bundesländern auch,
[00:37:35] sind Anmerkungen oder Unterstreichungen oder Markierungen im Gesetzstext nicht zulässig. Was allerdings zulässig ist, ist, dass man zum Beispiel leere Klebezettel mit in den Klausurraum nimmt und die dann vor Ort während der Klausurbearbeitungszeit beschriftet und die dann in sein Gesetz oder sonst wo hinklebt. Wenn man das macht, muss man das in der Regel der Aufsicht vorher einmal zeigen. Hier, ich habe diese Zettel, sind alle leer, guckst du mal. Und dann zeigt man das und dann kann man die benutzen. Ich persönlich habe jetzt keine Klebezettel benutzt, aber was ich benutzt habe und was ich total, total hilfreich fand,
[00:38:04] das ist so ein Habersack-Lesezeichen. Vielleicht kennt ihr das, das schiebt man hinten rein, da sind mehrere bunte Bändchen dran und dann steckt man die in die einzelnen Gesetze rein. Das ist zum Beispiel, das ist ein No-Brainer, so fing ich dann immer an, habe mein Gesetz aufgebaut, habe dann Lesezeichen bei Zivilrecht halt in BGB und ZPO gemacht, damit man immer schnell da zwischen den beiden Gesetzen hin und her schlagen kann. Genauso bei Strafrecht, StGB, StPO und so weiter und so fort. Ist gut, ist man beschäftigt. Ja, genau. In der Vorbereitung vor, bevor es losgeht.
[00:38:34] Dann wie man seine Kommentare positioniert. Ich habe tatsächlich relativ viel auf dem Boden liegen lassen. Ich weiß gar nicht, ob das überall zugelassen wird, aber ich hatte viel meiner Kommentare auf dem Boden, um nicht zu viel auf dem Schreibtisch stehen zu haben in einem Klausurraum. Was war euer Maskottchen? Maskottchen? Maskottchen hatte ich, glaube ich, keins. Nein. Nein. Ich überlege. Ich weiß es aber nicht. Ich glaube, ich hatte einen kleinen Elefanten. Das war schon fast fünf Jahre bei mir. Nö, ich weiß auch nicht. Irgendwie so einen kleinen Elefanten. Ich weiß gar nicht, woher der kam. Der Elefant? Ich weiß ehrlich gesagt auch gar nicht, wo der ist.
[00:39:05] Aber doch, vor meinem inneren Auge sehe ich einen kleinen, so eine Figur, so einen Elefanten. Ja, der Elefant ist das Wahrzeichen von Hamm. Kann man nicht sagen. Kann man, doch. Es ist ein Wahrzeichen. Das Maskottchen von Hamm. Das Maskottchen von Hamm. Aber es hat, weiß ich auch nicht, es sollte mir wahrscheinlich so innere Stärke geben. Ja, die Ruhe, die Kraft eines Elefanten. Die Ruhe, die Kraft, genau. Ja, ja. Ich habe mir Essen zurechtgelegt auf dem Tisch. Das weiß ich noch. Schokoriegel, Traubenzucker. Habt ihr die Essen dabei? Ja, auf jeden Fall.
[00:39:36] Traubenzucker, auf jeden Fall. Ja, darauf schwören ja viele. Genau. Wo man ja aufpassen muss, das muss man kurz vor Schluss erst nehmen. Traubenzucker führt ja, glaube ich, zu so einem kleinen Peak. Und dann fällt es wieder ab. Schneller ab, muss man ein bisschen aufpassen. Das darf man nicht in der zweiten Stunde verballern. Ja, genau. Nee, aber ich habe auf jeden Fall Schokoriegel dabei gehabt und Brötchen, glaube ich, auch. Ich habe mir eine extra Trinkflasche gekauft. Von Dürer Klett. Brutzel, Brutzel, Brutzel. Ja, ich bin schon fertig.
[00:40:06] Ich habe mir auf jeden Fall eine extra Trinkflasche gekauft. Ah, okay. Und war die? Fürs Examen. Ja, und zwar eine nicht so mit Schraubverschluss, sondern einfach so wie so eine Sportflasche, weißt du, wo man so Mit so einem Brüssel, also mit so einem Elefant haben wir das Thema wieder. Das ist die Verbindung mit dem Elefant. Ja, Brüssel. Mit einem Strohhalm. Nein, mit so einem Mit so einem Propfen, zum Rausziehen und dann aus der Flasche. Ja, genau, sowas. Also so einfach, genau. Genau, womit man nicht schlabbert, sondern einfach so schnell richtig viel trinken kann, weil ich ja jemand bin,
[00:40:35] der viel zu wenig trinkt, aber das ist gefährlich in fünf Stunden. Man muss was trinken, damit das Gehirn weiter gut arbeiten kann. Aber denkt daran jedenfalls, dass ihr möglichst nicht zu essen mit dem was knistert. Darauf achten vielleicht, dass ihr da nicht irgendwie so eine Folie drumherum habt, die besonders viel leer macht. Dann zieht euch nur den Unmut der anderen zu. Ja, möglichst allgemein, möglichst sozial verträglich. Genau. In meinem Versurreihen, im ersten Examen war das allerdings, hatte jemand Schnupftabak da tatsächlich dabei. Was? Ab und zu Schnupftabak gezogen und die Aufsicht hat dagegen nichts gemacht.
[00:41:06] Ja. Erhogen. Er hat einfach Schnupftabak genommen. Naja. Okay. Ja, ich hatte nichts zu essen dabei, weil ich mir, also ich hatte einfach keine Zeit zu essen irgendwie. Nicht mal ein Müsli-Riegel oder sowas? Ich habe tatsächlich Kaugummis genommen. Das sind etwas, ich habe irgendwann mal gelesen und seitdem glaube ich daran, weil deshalb funktioniert es, dass wenn man Kaugummi kaut, dass es das Gehirn stimuliert, dass es gut durchblutet wird und so weiter. Und seitdem habe ich mir so ein bisschen angewöhnt, das mache ich jetzt im Berufsleben nicht mehr, aber in den Probeklausuren und dann auch im echten Examen habe ich während der Klausuren tatsächlich immer Kaugummis gekaut,
[00:41:35] was ich sonst eigentlich gar nicht mache. Ja. Und ich habe mir Aber mit Mund zu, sozial verdrücklich. Und ich habe mir Ohrstöpsel reingemacht. Und wenn man Ohrstöpsel dreht und Kaugummi kaut, dann hört man praktisch sich selbst nur noch Kauen und irgendwie fand ich diese monotonartige, dieser monotonartige Kausound so entspannt. Da konnte ich mich einfach gut konzentrieren. Das war mein White Noise. Ohrstöpsel hattet ihr wahrscheinlich auch, oder? Nee, ich habe... Kann ich nicht gut haben oder aufziehen wollen. Ehrlich?
[00:42:05] Irgendwann wurde ich so süchtig danach. Ich konnte gar nicht mehr ohne Ohrstöpsel mich konzentrieren. Das war ganz krass. Ich hatte sie, glaube ich, mit, aber habe es nicht reingesteckt. Okay. Naja, so ist jeder anders. Ja. Okay, dann sitzen wir da, haben uns aufgebaut, jetzt wird der Klausursachverhalt ausgeteilt. Was machen wir? Ich muss an dieser Stelle immer an eins... Kennt ihr diese Mr. Bean-Folge? Mr. Bean schreibt einen Test oder eine Klausur. Das müsst ihr unbedingt mal bei YouTube anschauen. Das ist so witzig. Und wenn man das einmal gesehen hat, das kriegt man nicht mehr aus dem Kopf. Ich denke dann immer,
[00:42:34] das Erste, was man macht, ist das, was Mr. Bean in dieser Situation macht. So richtig wie sein Gesicht entgleitet, ihm alles entgleitet und der vollkommene Panik bekommt, als er zum ersten Mal diese Klausur liest. Naja, das wird uns nicht passieren. Der Brüller ist doch da, finde ich auch, dass er dann am Ende, kurz vor Schluss, das Blatt umdreht und merkt, es gab eine zweite Seite. Er war total fertig und feierte sich schon so, gab schon so an und auf einmal merkt, zwei Seiten. Deshalb steht da ja auch vorne, glaube ich, auch immer drauf, man soll die Aufgabe auf Vollständigkeit überprüfen, ganz am Anfang.
[00:43:04] Also man bekommt jetzt die Klausuraufgabe, dann... Ich kenne deinen Tipp, deswegen mach du den zuerst, weil ich habe es immer anders gemacht, aber das ist ja... Oh, mein Tipp zuerst, wenn ich... Was man als erstes macht, ne? Erstmal durchatmen, würde ich sagen. Erstmal durchatmen, ja. Dann den Puls ein bisschen wieder runterbringen. Ja, ein AG-Kollege, mit dem ich Privat-AG gemacht habe und ich, wir hatten uns tatsächlich zum Ritual gemacht, dass wir uns, bevor wir dann in den Klausuraufgabeid gucken, haben wir uns einmal angeguckt und uns in Grimasse gezogen. Achso, okay. Mach mal vor,
[00:43:34] mach mal vor. Habt ihr das gesehen? Habt ihr das gesehen? So, äh, das jetzt? Naja, das war so ein kleines Ritual, so ein kleiner Insider bei uns. Also ich habe dann einfach tatsächlich angefangen, den Sachverhalt zu lesen als erstes. Ach, hast du nicht im Bearbeitungsvermerk erzählt? Ich auch nicht. Ich habe den Sachverhalt gelesen. Ach, ehrlich? Zu viel Neuge, zu viel Aufregung. Genau, genau. Ah ja, okay, das meintest du als erstes.
[00:44:04] Möglicherweise ja nicht. Manchmal ist ja auch irgendwie, dass dann gerade in Anwaltsversionen was eingeschränkt ist oder sowas, aber, ähm, äh. Manchmal erschließt sich der Bearbeitungsvermerk ja auch erst so ein bisschen, wenn man den Sachverhalt liest. Aber ich kann natürlich den Tipp verstehen. Ich finde den Tipp von Christian gut, ja, ja. Ich glaube auch, das ist relativ mainstreamig, würde ich sagen. Ich glaube, die meisten machen das. Ich glaube, das ist jetzt eine Sonderkonstellation hier, dass zwei das anders machen. Jedenfalls ist, wenn man es so macht wie Anna und ich, die Gefahr groß, dass man dann vielleicht nicht mehr mit der nötigen Konzentration den Bearbeitungsvermerk liest. Und das ist wiederum verheerend, weil man da ja
[00:44:34] den wirklich auf jeden Fall lesen muss, damit man nicht die falsche Aufgabe löst und eben Hinweise überliest, ja, oder Einschränkungen überliest und sich unnötig Arbeit macht. Denn also, wenn man es so macht wie ich oder wie, ja, wie wir beide, dann muss man wirklich nachher noch hochkonzentriert den Bearbeitungsvermerk lesen. Wenn man deinen Tipp nimmt, dann ist sowieso die Konzentration erstmal volle Pulle im Bearbeitungsvermerk und dann ist auch gut. Ja, einfach ausprobieren, was wir zu Beginn gesagt haben, was für einen funktioniert. Es gibt auch so abweichende Tipps, was ich auch gelesen habe,
[00:45:04] zunächst bei einer Urteilsklausur ins Protokoll zu gucken, welche Anträge gestellt worden sind, das als erstes zu lesen. Ist auch ein ganz interessanter Tipp, aber das hätte ich zum Beispiel nicht gemacht. Hätte ich auch eher nicht gemacht. Hätte ich viel zu viel Angst, dass man irgendwas nicht versteht, weil man den Fall noch nicht kennt. Und dann wird man nervös, weil man denkt, hä, was, was für eine Konstellation? Das zielt wahrscheinlich darauf ab, falls sich Anträge ändern oder irgendetwas zurückgenommen worden ist, was am Anfang noch gestellt worden war, damit man sich damit gerade mein Telefon. Moment mal, ich gehe mal dran. Hallo?
[00:45:34] Hallo Christoph hier. Ich kann leider bei der Aufnahme der 100. Folge RefPod nicht dabei sein, aber ein oder zwei Klausurtipps habe ich vielleicht auch. Und den, der hier gerade angesprochen wurde, den möchte ich gerne einmal erläutern. Nämlich, warum lohnt es sich, den angekündigten Antrag in der Klage- oder Antragsschrift mit dem dann tatsächlich zuletzt gestellten Antrag, das ist derjenige, der sich aus dem Protokoll ergibt,
[00:46:03] zu vergleichen. Und warum kann ich das direkt am Anfang der Klausur machen? Also, das gilt hier jetzt für Urteils- oder Beschluss, also für Entscheidungsklausuren. Dort arbeitet ihr ja für gewöhnlich zwei große oder einen kleineren und einen größeren Block ab. Erstens die Zulässigkeit und zweitens die Begründetheit. Und manchmal kommt zwischen Zulässigkeit und Begründetheit noch eine Zwischenstation, nämlich gar nicht selten die Voraussetzung einer objektiven Klagehäufung oder Antragshäufung nach § 260 ZPO.
[00:46:34] Gar nicht selten kommt es aber auch vor, dass vor der Zulässigkeit noch ein weiterer Prüfungspunkt anzufügen ist, nämlich eine Antragsänderung. Wenn man das Ganze dann durchgliedert, dann besteht eure Klausur, also in solchen Fällen aus mindestens drei Stationen, Groß A, Antragsänderung, Groß B, Zulässigkeit und Groß C, Begründetheit. Und dieser erste Punkt, dieser Punkt A, Antragsänderung, der wird gerne mal vergessen.
[00:47:03] Wir haben dem RfPod sogar einmal eine eigene kleine Folge gewidmet. Das war die Folge 37. Was kommt vor die Zulässigkeit? Und dieser Trick, die Anträge zu vergleichen, ist einfach nur eine Methode, das nicht zu vergessen. Was tue ich also, wenn ich die Klausur aufgeschlagen habe, dann schaue ich erst einmal in den angekündigten Antrag, das ist derjenige, der in der Klage- oder Antragsschrift genannt wird. Und dann blätter ich nach hinten in das abgelichtete Protokoll und schaue nach,
[00:47:33] welcher Antrag tatsächlich gestellt worden ist. Wenn das genau derselbe ist, wie derjenige, der in der Antrags- oder Klageschrift angekündigt worden ist, dann habe ich kein Problem. Dann fällt dieser erste Punkt, Antragsänderung weg. Wenn sich aber irgendetwas geändert hat, also meinetwegen ist etwas dazugekommen, dann habe ich eine nachträgliche Antrags- oder Klagehäufung, die zu prüfen ist. Oder es wird etwas für erledigt erklärt. Dann habe ich eine übereinstimmende
[00:48:01] oder einseitige Erledigungserklärung. Oder es wird teilweise etwas zurückgenommen. Dann wären die Voraussetzungen einer teilweise Antrags- oder Klagerücknahme zu prüfen. Und all diese Dinge, die braucht ihr an dieser Stelle noch nicht zu durchdenken. Ihr habt ja die Klausur noch gar nicht gelesen, sondern das ist nur ein kleiner Marke für euch. Aha, hier kommt etwas vor der Zulässigkeit. Und mit einem schnellen Blick lässt sich das schnell feststellen, dass also der Grobaufbau dann nicht mindestens zweistufig, sondern mindestens dreistufig
[00:48:31] sein wird. A. Antragsänderung, B. Zulässigkeit, C. Begründetheit. Das notierte euch auf eurem Konzept oder tippt es direkt in den Online-Editor hinein. Dann vergesst ihr es nicht und dann widmet ihr euch ganz sorgfältig der Lektüre des Sachverhalts. Viele Grüße. Vielen Dank, Christoph. Und vielen Dank für die wertvollen Tipps. Wie sind wir jetzt nochmal dahin gekommen? Wir haben uns ja vorhin damit beschäftigt, was wir in einer Klausur als erstes lesen sollten. Und da möchte ich gerne
[00:49:01] noch Folgendes loswerden. Es gibt so ein paar Sonderkonstellationen, aber zum Beispiel bei Rechtsanwaltsklausionen aus Beklagten-Sicht, da kann es manchmal sinnvoll sein, wenn man dann den Bearbeitungsvermerk gelesen hat, jetzt nach meinem Tipp, wenn man das als erstes macht, dann steht ja vorne in der Regel das Mandantengespräch und da kommt häufig so ein Passus von wegen, ja, der Mandant kommt zu mir, er ist verklagt worden, den wesentlichen Sachverhalt entnehmen sie der anliegenden Klageschrift. Dazu habe ich jetzt Folgendes zu sagen. Und da lohnt es sich, vielleicht einmal kurz innezuhalten und dann erstmal zur Klageschrift zu blättern
[00:49:30] und die zu lesen, damit man einmal kurz weiß, was Sache ist. Das kann helfen, ja. Ich finde, es ist zwingend, ehrlicherweise. Also ich finde das absolut zwingend, zuerst in diesen Anwaltsklausuren aus Beklagten-Sicht zuerst die Klageschrift zu lesen. Man versteht doch überhaupt sonst gar nicht das Mandantengespräch, was der einem sagen will. Ja, manchmal sind die Klausuren so anders formuliert, dann gibt der Mandant doch so in Kürze das Wesentliche wieder und dann versteht man es doch so irgendwie. Aber ja, in der Regel finde ich es auch empfehlenswert, erst die Klageschrift zu lesen bei einer Klausur
[00:50:00] aus Beklagten-Sicht. Entsprechendes gilt für Strafurteilsklausuren, laufen nicht so super häufig in NRW leider, aber da empfiehlt es sich auch, erst mal die Anklageschrift zu lesen und nicht sich irgendwie das Hauptverhandlungsprotokoll oder die Ermittlungsmaßnahmen sich anzuschauen, sondern immer erst mal die Anklageschrift anzuschauen und so Sachen, was im Ring war. Und bei Revisionsklausuren kann man sich auch überlegen, eventuell erst das Strafurteil zu lesen. Ja, dann habt ihr denn,
[00:50:29] als ihr dann mit dem Lesen begonnen habt, auch markiert euren Text? Na klar, ohne Marker, du musst bei mir nicht. Zumindest. Es setzt ja eine gewisse Klausurroutine irgendwann mal ein. Man hat so viele Klausuren dann schon gesehen und deswegen ist auch zum Beispiel wichtig, finde ich, die originalen Klausuren zu sehen. Deswegen sind die, die in den Arbeitsgemeinschaften besprochen werden, halt dann doch am Ende die besseren Klausuren, weil man da eben so erkennt, wie das LJPA arbeitet. Wir haben ja, wir können ja auch Bezug nehmen auf die Folge,
[00:50:58] in der Anna mit dem LJPA gesprochen hat, wo die auch gesagt haben, dass natürlich das, was die Anwälte vortragen, zum Ausdruck bringen soll, was nachher die Probleme des Falls sind und sowas. Und da entwickelt man eine gewisse Routine und deswegen erkennt man beim Lesen schon ganz oft, finde ich, so Schlagwörter oder so Sätze, wo man weiß, okay, das wird ein Problem gleich sein und dann habe ich das schon eben markiert. Um nachher kein Problem zu übersehen. Ja, Spuckert, die LJPA-Folge, das war die Folge, wir wollten ja hier einen Überblick über unsere Nummer geben.
[00:51:28] Kleinen Moment, das war die Folge 87. Hattet ihr denn eine bestimmte Systematik oder Tipps beim Markieren? Ich hatte, woran ich mich jetzt also auf jeden Fall noch dran erinnern kann, für die STA-Klausel eine bestimmte Systematik und zwar habe ich mir da, das ist jetzt super special, alle Sachen, die für Haft eventuell wichtig werden könnten, also Umstände, die Fluchtbegefahr begründen könnten oder, oder, oder, die habe ich mir gelb markiert. Ah, okay.
[00:51:57] Ich weiß nicht warum, aber irgendwie, das war so die Farbe, dafür war die Farbe gelb reserviert. Ja, das ist, aber, und dann wusste ich halt nachher, wenn ich dann eben was zu den Haftgründen schreiben wollte, bin ich den Sachverhalt einfach durchgegangen und habe alles gelbe gesucht. Ja, mit einem Blick kann man das dann erfassen, das kann man ja verallgemeinern, da hat uns auch ein Hörertipp erreicht, da war zum Beispiel jemand, der oder die gesagt hat, eine bestimmte Farbe für Tatbestandstatsachen, also Tatsachen, die in den Tatbestand gehören,
[00:52:26] eine Farbe für Pro-Argumente und eine Farbe für Kontra-Argumente. Ich bin leider chaot und deswegen hat das bei mir nie funktioniert. Also wenn ich mir vorgenommen habe, ich habe jetzt eine gewisse Struktur drin, habe ich das nie durchgezogen, nie eingehalten und deswegen klappte das bei mir leider nicht, sondern ich habe markiert und dann habe ich mich nachher durch meine Markierung geruschelt. Aber ich halte es natürlich für deutlich sinnvoll, wenn man die Disziplin hat und die Struktur hat, das so zu machen, wie ihr das gerade gesagt habt. Also das mit dem Gelb in der SDR-Klausur, das hat wirklich hervorragend funktioniert. So hervorragend, dass ich es ja jetzt noch wiedergeben kann.
[00:52:56] Ein ähnlicher Tipp war, die Probleme zu durchzunummerieren. Also ich lese das einfach mal vor den Hörertipp. Problematisch ist im Sachverhalt mit Randbemerkung thematisch durchnummerieren, P1, P2 und so weiter und eine Checkliste damit erstellen. Die Argumente findet man so viel schneller im Sachverhalt, wenn man die Lösung unterschreibt und es geht nichts unter. Finde ich auch ganz interessant. Ja, ich mache manchmal in meiner Arbeitsgemeinschaft so eine Übung bei ein, zwei Klausuren, dass ich, wenn es so eine Tankzuständiksklausur zum Beispiel ist, 793 mit 766,
[00:53:25] die ein unheimlich intensives, großes Prüfungsschema hat, wo ganz viele Prüfungspunkte sind. Dann sage ich immer so, jetzt pinnt ihr erstmal aus eurem Kopf das Prüfungsschema hin. Zulässigkeit, Begründetheit, Stadthaftigkeit, Zuständigkeit und so weiter. So und jetzt habt ihr eine Liste von den Problemen, die das RJPA offensichtlich in der Klausur angelegt hat, die euch markiert hat im Sachverhalt, eben vielleicht mit Nummern sogar. Und jetzt schreibt ihr euch in dieses Prüfungsschema, was ihr gemacht habt, an die entsprechende Stelle die Nummer. Ah ja, interessant. Sagt, okay, das Problem, zum Beispiel fehlende Zustellung
[00:53:55] wird erörtert bei allgemeines Fangzuständensvoraussetzungen Zustellung. Und dann schreibt ihr da die zwei hin, weil es Problem Nummer zwei war oder sowas. Und dann hat man da schon ehrlich gesagt das Gerüst der Klausur stehen. Dann sage ich immer, das kann dann schon nicht mehr schief gehen. Und deswegen fehlt das mit der Nummer gar nicht so schlecht sogar, dass man die schon benennt, diese Probleme und dann in der Lösungskizze schon verwerten kann vielleicht. Ja, ich komme mal mit einer unpopular opinion, glaube ich. Ich habe in keinem meiner Klausuren markiert. Okay. Kein bisschen.
[00:54:24] Ich habe damit immer schlechte Erfahrungen gemacht, weil für mich hat sich keine sinnvolle Systematik ergeben, wie ich das gut umsetzen kann. Erstens kostet es Zeit zu markieren. Es kostet auch Zeit, eine Systematik einzuhalten, wie mit P1, P2 oder bestimmte Farben. Aber vor allem weiß ich halt, bevor ich das rechtlich durchdrungen habe, noch gar nicht, was eigentlich genauso wichtig, also was wirklich wichtig ist und was nicht. Und da habe ich bei mir den Effekt beobachtet, dass Markierungen mich eher irreführen können. Dann beim ersten Durchlesen markiere ich dann etwas, weil ich denke, es sei irgendwie wichtig.
[00:54:54] Und bei der weiteren Prüfung merke ich, es ist eigentlich gar nicht so wichtig. Und dann verwirrt es mich einfach nur, weil mich die ganze Zeit so pink anleuchtet. Deshalb habe ich tatsächlich im echten Examen, ich habe keine einzige Markierung gemacht. Und hier bestätigen wir wieder das, was wir am Anfang gesagt haben. Es gibt halt nicht die eine Wahrheit und die eine pauschale Richtigkeit. Und da seht ihr, es gibt verschiedene Wege und alle führen zum Ziel. Und deswegen, wenn ihr einen anderen Stil habt, ist das nicht schlimm, sondern dann perfektioniert euren Stil
[00:55:24] und lasst euch nicht verrückt machen von anderen, die es anders machen. Und schon gar nicht zum Beispiel acht Farben haben, davon werden ja einige nervös. Ich fühlte nervös, wenn ich da acht Stifte liegen hätte und dann mich immer konzentrieren müsste, welche Farbe mit welchem Stift. Ja, das ist das Problem, was leuchtet und blinkt aus. Dann guckt man beim Nachbarn und auf diesem Blatt ist einfach nur Disco. Und man denkt sich, ja, da wäre ich jetzt auch gerne. Aber das hat jeder anders. Und das ist gut so. Jeder hat seinen Stil. Aber so diese Methode mit der Checkliste oder mit deiner Liste von Klausurproblemen,
[00:55:54] die habe ich auch immer gehabt. Also, dass ich quasi mir ein leeres Blatt genommen habe und beim Lesen mir so Stichpunkte gemacht habe. Keine Ahnung. Konnexität, Wiederklage oder irgendwie sowas. Dann hat er draufgeschrieben, fällt jetzt gar nichts Passendes ein. Und das ist ja jetzt anders geworden als zu unserer Zeit durch das elektronische Examen. Und darum, da haben wir schon öfter drüber geredet, Christian, eben der Tipp auch, die Lösungskizze, so das Prüfungsschema, wenn es geht, nicht auf dem Papier schreiben,
[00:56:22] sondern schon in den Computer reintippen. Weil dann hat man das schon als Gerüst der Klausur da stehen und kann das dann nachher ausfüllen. Und das hat zwei Vorteile. Erstmal hat man das Gerüst da schon da und da kamen zum Beispiel auch die Probleme ganz schön mit einem Wort, mit einer Zustellung und irgendwie wie auch immer. Und das Zweite ist, dass die Skizzen, die man erstellt, ja nicht berücksichtigt werden dürfen vom Prüfer. Die werden einfach ignoriert, komplett ignoriert. Das heißt, wenn man auf dem Zettel das superperfekte Prüfungsschema hatte, am Ende die Klausur aber nicht ganz zeitlich hinbekommen hat und nicht fertig geworden ist,
[00:56:52] wird der letzte Prüfungspunkt nicht zur Kenntnis genommen, obwohl man ihn bewusst hat vielleicht, während man, wenn man das direkt elektronisch eingetippt hat, der Prüfer zumindest sieht, ach guck mal, der hat den letzten Prüfungspunkt schon noch gesehen, hat er noch nicht geschafft. Aber das wird vielleicht, nicht im Migranti, aber vielleicht besser bewertet, als wenn er denkt, er hat er nicht gesehen, dass es noch einen Prüfungspunkt gibt. Was weiß ich, Entreicherung oder was bei 812, was man hinterher noch prüft. Wenn man da schon das Stichwort stehen hat, dann weiß der Prüfer, ah ja klar, wer wollte er noch prüfen, hat er noch nicht geschafft.
[00:57:20] Ja, das war auch ein Tipp einer Hörerin oder eines Hörers, der oder die das vor allem im Strafrecht beherzigt hat, also dort die Lösungsskizze digital erstellt und die dann mit Inhalt aufgefüllt hat, peu a peu. In den anderen Rechtsgebieten hat dann der oder diejenige geschrieben, dass sie allerdings weiter auf Papier geblieben ist, was die Lösungsskizze anbelangt. Also so kann man auch Rechtsgebiete, also von Rechtsgebiet zu Rechtsgebiet, das unterschiedlich handhaben. Ich finde den Tipp aber auch sehr gut. Man sollte, das gilt eigentlich allgemein, man sollte nicht zu viel Liebe auf diese Lösungsskizze verschwenden.
[00:57:49] Also ich habe mal ein Negativbeispiel aus der Repetenten AG mitgenommen, das war ein Wiederholer. Bei dem habe ich das immer beobachtet, weil der alles abgegeben hat, also mit den Skizzen auch. Der hat eine Sachverhaltsskizze gemacht, der hat eine Tatbestandsskizze gemacht, also praktisch Skizzenhaft einmal den Tatbestand durch, wann er wo was bringen will. Und dann hat er eine rechtliche Lösungsskizze gemacht. Und er hatte am Ende zehn Blatt Lösungsskizze und konnte dann am Ende allerdings nur acht Blatt Reinschrift abliefern. Das ist natürlich viel zu viel
[00:58:17] und katastrophale Schwerpunktsetzung. Da auch ein, also wenn ich das jetzt höre, man macht sich eine Lösungsskizze für den Tatbestand. Ehrlich gesagt scheint mir das aber ein Symptom dafür zu sein, dass man zu wenig Tatbestand geübt hat. Wenn man das Gefühl hat, man müsste es vorher skizzieren. Ich glaube, das wäre etwas, wenn jetzt vielleicht du, liebe Hörerin, lieber Hörer, da draußen das Gefühl hast, so, ich brauche das auch oder so. Ich glaube, man würde das in den Griff kriegen,
[00:58:46] wenn man ganz, ganz viele Tatbestände ausformuliert. Und das kann man ja zum Beispiel in der GES machen. Klausuren, die man vorher zugeschickt bekommt zum Vorbereiten für die Arbeitsgemeinschaft, einfach immer einen Tatbestand schreiben. Das kostet einen, man kann es ja mit Stichworten dann machen, das ist ja alles nicht das Problem, aber das kostet dann einen vielleicht 20 Minuten, aber die können ja dann einen super Übungseffekt haben. Ich würde gerne noch ein bisschen näher auf die Lösungsskizze eingehen, weil ich möchte nicht müde werden zu sagen, dass man die nicht zu ausführlich machen sollte. Das ist ein grober Fahrplan
[00:59:15] und deswegen hat mir auch besonders gut einen Hörertipp gefallen, der lautete, keine Skizze für die Zulässigkeit, um Zeit zu sparen. Und das ist ein super Tipp. Sehr guter Tipp, ja. So ähnlich habe ich das auch gemacht in den Urteilsklausuren. Man kann in seiner Skizze einfach hinschreiben, Zulässigkeit plus, weil in stinknormalen Urteilsklausuren ist das klausurtaktisch vorgegeben, dass Zulässigkeit plus ist. Und warum genau Zuständigkeit, keine Ahnung, Bestimmtheit oder was noch für Probleme eine Rolle spielen können, das kann man dann in der Reinschrift schon ausdeklinieren. Das brauche ich nicht erst in der Lösungsskizze zu sammeln,
[00:59:44] dann auch noch mit Argumenten oder ganzen Sätzen, um das dann nochmal zu machen, wenn ich die Reinschrift mache. Das ist doppelte Arbeit, kostet doppelt so viel Zeit, die Zeit hat man nicht. Und das gilt bei ganz vielen Dingen. Gutachtenklausuren, die Hälfte unserer Klausuren sind Gutachtenklausuren. Theoretisch muss ich da nichts wissen, bevor ich anfange zu schreiben. Das ist ja gerade der Gutachten-Gedanke, dass ich einfach mal in alle Richtungen ausschwärme und gucke, was Sache ist. Ich muss nicht wissen, weshalb sich jemand hinreichend verdächtig gemacht haben könnte, bevor ich mit dem A-Gutachten in der SDA-Klausur anfange.
[01:00:13] Ich kann einfach losschreiben und mal anfangen zu begutachten, weswegen sich jemand hinreichend verdächtig gemacht haben könnte. Deswegen habe ich zum Beispiel in SDA-Klausuren, die ja super zeitintensiv sind, das sind die Rennfahrerklausuren schlechthin, ich habe mir in meiner Lösungsskizze wirklich nur die Tatbestände gesammelt, die ich jetzt gleich prüfen möchte. Und dann gegebenenfalls, wenn mich was ansprang, direkt hingeschrieben, Problem. Aber da würde ich sagen, da muss man eben gucken, was für einen passt. Weil ich finde, dann läuft man zumindest im Schreibwahn die Gefahr, vielleicht doch einen Prüfungspunkt zu vergessen, den man sonst eigentlich
[01:00:43] hätte kurz erwähnen sollen. Deswegen, das muss man immer für sich ausloten, wie zuverlässig man dann auch eine vollständige Prüfung hinbekommt. Zum Beispiel Zulässigkeit in Zwangsloschränkungs-Klausuren, da eben das Prüfungsschema kurz hinpinnen, damit man eben daran denkt, alle Punkte anzusprechen, weil man in der Regel dann eben doch alle Punkte anspricht, auch wenn nur kleinere Probleme da sind, würde ich dann vielleicht schon kurz machen zu Mama, wenn man es direkt tippt, ist ja auch schon Bestandteil der Klausur. Es ist ja keine vertane Arbeit. Ja, aber wenn man bei dir AG hatte, dann ist das ja so
[01:01:11] in Fleisch und Blut übergegangen. Ich nehme mich jetzt weit aus dem Fenster, war ja meine schlechteste Klausur vielleicht deshalb. Wahrscheinlich, weil du keinen Stichpunkt aufgeschrieben hast. Aber da würde ich halt sagen, ich habe die Beobachtung bei mir gemacht, ich werde aufmerksamer und mir fallen mehr Dinge auf, wenn ich anfange, in Reinschrift überzugehen, wenn ich jetzt anfange zu formulieren. Und dann fallen mir die Prüfungspunkte schneller ein, als wenn ich so abstrakt vorm Blatt sitze und mir die so ein Henschen drunter schreibe. Aber ja, da mag jeder anders sein. Jeder anders. Ich habe noch einen psychologischen Grund, warum ich das Prüfungsschema hinschreiben würde, ist,
[01:01:41] weil ich den Resten oft sage, das beruhigt euch auch. Wenn ihr das Prüfungsschema einmal hingeschrieben habt, wie gesagt elektronisch bitte, damit das eben schon auch da steht, dann ist das schon das Gerüst und ihr habt da schon ganz viel und das gibt euch auch Mut zu wissen, okay, das ist das, wo ich jetzt mich durchprüfen muss und nicht so in dieses Dunkle reinzugehen und so mal gucken, wo es so hinführt. Also das kann halt auch einen beruhigenden Effekt haben. Aber da ist man im Unterschied. Der lotet das für euch aus und guckt, was für euch das Beste ist.
[01:02:10] Habt ihr denn einen Zeitstrahl gemacht? Oder Zeitstrahl oder ich weiß nicht, so eine Datentabelle oder so? Ich habe das am Anfang in den Zivilklausuren gemacht, tatsächlich, ja. Irgendwie habe ich das, weiß auch nicht wieso, das erleichtert oder habe ich damals gedacht, das würde mir erleichtern, den Tatbestand zu schreiben. Wenn ich dann einfach so, weiß nicht, Linksdatum, Erster, Erster und dann rechts, was ist da passiert? Hast du es auch im Examen dann gemacht? Auch im Examen, ja, genau. Ich nur, wenn ich das Gefühl hatte, es kommt drauf an, also man merkte manchmal mit Klausuren,
[01:02:39] oh, jetzt ist hier die Reihenfolge entscheidend. Dann habe ich das gemacht, aber manchmal ist zeitlich ja gar kein Thema, da habe ich es weggelassen. Ich habe das nicht per se gemacht. Ich habe das einfach so beim Lesen schon gemacht, um mir selber so den Sachverhalt mit zu erarbeiten während des Lesens, fand ich das ganz hilfreich. Ja, einige machen damit ja auch gute Erfahrungen, weil man dann mit einem Blick ja praktisch den Tatbestand auf dem Schirm sich rufen kann. Ich persönlich habe das auch nicht gemacht. Ich habe mir im Hinblick auf den Sachverhalt gar keine Skizze gemacht. Ich habe das halt durchgelesen
[01:03:10] und dann die rechtliche Lösungsskizze gemacht. Wir besprechen ja die Klausuren in den AGs und in den Besprechungen, wo ich dann auch tatsächlich einen Zeitstrahl an die Tafel schreibe, an das Whiteboard schreibe, da habe ich es auch im Examen gemacht. Das mache ich in der Regel halt nicht, weil meistens ist es zeitlich egal. Ich muss jetzt mal kurz fragen, besprichst du in deinen AGs etwa deine eigenen Examensklausuren? Nein, nein, aber ich sage, genauso habe ich das da, wo man wirklich den Zeitstrahl braucht, um zu verstehen und in der Besprechung eben auch am besten aufmalt, damit man es versteht. Da habe ich es mir dann auch
[01:03:39] in den Klausuren gemacht. Ja, ich habe schon mal eine eigene Examsklausur besprochen mit einer AG. Ich auch. Das war retraumatisiert. Und hier hat der Korrekt dabei nie geschrieben. Ja, ganz schlimm. Naja, hat auch was von Trauma-Bewältigung. Was ich aber empfehlen würde, was ich immer gemacht habe, bei mehreren Personen halt eine Personenskizze zu machen, damit eine Drittwiderspruchsklage ist so ein Klassiker, damit man auch mit den Bezeichnungen nicht durcheinander kann. Skizzen finde ich total hilfreich. Eine Personenskizze mit Pfeilen oder sowas. Total. Wenn es sehr chaotisch wird, ist schwierig,
[01:04:09] aber finde ich ganz wichtig. Ja, aber wer mit wem in einer Beziehung steht und so. Das ist immer von Interesse. Das gibt ja wirklich in vielen Klausuren viele Personen, muss man auch mal so sagen. Ja. Deswegen. Wie lange habt ihr denn darauf verwendet, eure Lösungsskizze zu bauen? Also, ich kann sagen, die Z1-Klausur war katastrophal. Da habe ich viel zu lange gebraucht. Ich bestimmt, boah, ich habe bestimmt, ich habe lange gebraucht. Ich bin jedenfalls hinten raus nicht fertig geworden. Meine beste Klausur, das war tatsächlich die, wo ich wirklich nur
[01:04:38] eine Dreiviertelstunde, glaube ich, oder eine Stunde nur Lösungsskizze gemacht habe und dann angefangen habe zu schreiben. Ich renne mich nicht mehr ganz scharf, aber ich würde sagen, in der Regel habe ich mindestens drei Stunden geschrieben. Also, so nach zwei Stunden angefangen mit der Ausformulierung. Wenn es geht, sogar früher, weil das ist halt doch das, was am meisten Zeitgekurset hat. Ja, der wichtigste Tipp an dieser Stelle ist vielleicht auch da, das für sich erstmal auszulöbieren und sich dann einen Fahrplan
[01:05:08] zu erarbeiten und dem vielleicht im Laufe der Examsvorbereitung auch regelmäßig zu überarbeiten, um dann im Examen einen Fahrplan zu haben, der für einen funktioniert und an dem man sich, ich möchte jetzt fast schon sagen, klammern kann im Eifer des Gefechts, damit man halt da einen gewissen Halt hat. Ich habe für mich persönlich herausgefunden, das ist sehr sportlich, aber ich animiere jeden, das einmal für sich auszuprobieren. Ich habe nach der ersten Stunde, also nach einer Stunde habe ich angefangen zu schreiben, egal was war.
[01:05:37] Das hat für mich gut funktioniert. Jedenfalls in STA-Klausuren finde ich diesen Tipp auch massenkompatibel. Voll. Also, das ist genau die Klausur, die ich ja meinte. Das hat bei mir super funktioniert. Ich habe damals ja noch ein Papier geschrieben und meine Lösungsskizze war wie folgt. Ein Blatt Papier, DIN A4 quer, so, und die dann einmal an der Hälfte geknickt und dann die linke Hälfte, das war die materiell-rechtliche Lösungsskizze und rechts kam irgendwas so Prozessuales hin. Und das heißt,
[01:06:05] ich hatte sozusagen nur ein DIN A4, was ist denn das dann, fünf Blatt sozusagen für meine materiell-rechtliche Lösungsskizze. Das reichte also gerade dafür, die Tatbestände aufzuschreiben und die wesentlichen Prüfungspunkte vielleicht so punktmäßig und wie du sagst, einfach nur Problem dahin zu schreiben. Und ja, dann habe ich angefangen zu schreiben und die Probleme mir während der, mit dem Kommentar dann zusammen erarbeitet und irgendwie hat das ganz gut funktioniert. Aber auch da nochmal, das Wichtigste ist eben, jeder muss für sich ausprobieren. Jeder Typ ist ja auch anders.
[01:06:34] Es gibt Leute, die können nach einmal Lesen des Sachverhalts, haben die den drauf und erinnern sich dann noch im Kurzzeitgedächtnis, was jetzt die Probleme sind und es gibt welche, die lesen den zweimal, vielleicht auch aus Nervosität oder irgendwas und haben immer noch nicht so ganz alles erfasst und so und viele haben die Sachen einfach super gut im Kopf, andere sind vielleicht nicht so gedächtnisstark und da muss jeder für sich ausloten, ob er sich was aufschreiben muss und Tizzen macht oder nicht. Das ist jeder unterschiedlich auch. Jeder hat ja andere Auffassungsgaben und Kurzzeitgedächtnisse und jeder muss seinen Weg finden.
[01:07:03] Aber ich glaube, Konsens haben wir, es muss genug Zeit zum Ausformulieren der Reinschrift sein, weil das nachher die Punkte gibt. Ja, die Lösungskizze nicht, sondern die ausformulierte Lösung und dafür muss genug Zeit da sein und dann eben notfalls irgendwann mal abbrechen und anfangen zu schreiben. Und Konsens dürfte doch auch sein, dass man den Fall verstanden haben sollte, oder? Also, dass man jetzt sich in Panik verfällt und dann sich denkt, oh, ich muss jetzt aber schreiben und eigentlich habe ich das gar nicht verstanden. Ja, das kommt so ein bisschen auf den Klausurtyp an, finde ich. Bei Urteilsklausuren ist das eher so,
[01:07:33] weil das Ergebnis feststehen sollte, wohin die Reise geht, weil es ja Urteilsstil ist. Bei Gutachtenklausuren, finde ich, kann man auch manchmal einfach drauf losschreiben. Ja, aber schon so verstanden haben, wer was will, oder? Das auf jeden Fall, aber dass man nicht weiß, wo ist jetzt das Klausurproblem oder, hä, dann bin ich ja direkt fertig. Manchmal kann es helfen, nur einen Vorschlag, einfach mal drauf loszuschreiben, jedenfalls bei Gutachtenklausuren. Und achtet beim Üben, wenn ihr Übungsklausuren schreibt, übrigens auch drauf, wenn ihr zum Beispiel häufiger mal
[01:08:02] was falsch verstanden habt und dann nachher in der Lösung rauskommt, nee, da habt ihr den Sachverhalt falsch verstanden, das war anders vorgetragen oder sowas, dann nehmt das als Alarmsignal, dass ihr irgendwas an der Art und Weise der Sachverhalterfassung ändern müsst. Denn das darf halt nicht passieren im Examen, wenn es geht, dass man irgendwas falsch verstanden hat, wie vorgetragen war, ob was streitig war oder nicht streitig war und so. Da solltet ihr euch wirklich vorher durch das Üben absichern, ob ihr das gut drauf habt oder nicht. Und wenn ihr da zu oft Fehler macht, dann ändert irgendwas.
[01:08:31] Das muss sitzen. Ja, in dem Zusammenhang fand ich deshalb auch sehr schön den folgenden Hörertipp. Klausurtyp bezogene One-Pager erstellen mit jeweils klarem Schritt für Schritt Klausuren planen inklusive Zeitrichtwerten. Im Laufe der Lernzeit immer wieder anpassen, vor jeder Übungsklausur den passenden Plan nochmal vergegenwärtigen. Das gibt Sicherheit. Finde ich einen sehr, sehr guten Tipp. Habe ich damals tatsächlich nicht so gemacht. Ich hatte es eher nur im Kopf und ich hatte es auch nicht so kleinteilig gemacht. Also man muss jetzt auch keine Wissenschaft draus machen. Ich habe mir halt gesagt, nach einer Stunde fange ich an
[01:09:01] irgendwie zu schreiben. Und dann habe ich mir jetzt nicht aufgeschrieben, ja, aber jetzt fünf Minuten für den Tenor und dann zehn Minuten für den Rupro oder so, sondern ein bisschen gefühlter gemacht. Finde ich auch gut. Aber flexibel bleiben. Manchmal gibt es ja auch Klausuren, wo der Tenor zehn, 15 Minuten braucht, weil er ganz kompliziert ist. Aber im Wesentlichen ist das gut. Man sollte sich vielleicht gedanklich eine rote Linie setzen. Ich würde vorschlagen, spätestens nach zweieinhalb Stunden koste es was wolle, mal anfangen zu schreiben. Könnte vielleicht eine gute Guideline sein. Auch wenn man nicht weiß, was man jetzt genau machen soll,
[01:09:31] aber das würde ich versuchen einzuhalten. Ja, einer meiner Lieblingstipps, den ihr beide schon kennt von mir. Ich bringe jetzt trotzdem hier einmal eine Folge, damit die ja auch untergebracht ist. Und zwar nach dem, also es betrifft eigentlich jetzt schon die ersten Schritte der Reinschrift, nämlich das, was man direkt schreiben kann, nachdem man die Klausur einmal gelesen hat. Das sind in Urteilsklausuren drei Dinge. Also theoretisch kann man schon 15 Minuten nach Beginn der Bearbeitungszeit anfangen, seine Klausur zu schreiben in Urteilsklausuren.
[01:10:00] Drei Dinge benötigen nämlich überhaupt keine rechtliche Würdigung im engeren Sinne und können direkt runtergeschrieben werden. Das ist nämlich das Rupum. Das sind die Anträge im Tatbestand und das ist auch das Ende der Urteilsklausur, nämlich die Rechtsbehelfsbelehrung mit der Unterschrift beziehungsweise der Signatur. Ich habe das immer so gemacht und es hat mir unglaubliche Sicherheit gegeben, das in Urteilsklausuren direkt nach dem ersten Lesen runterzuschreiben. Dann hat man bereits den Anfang, nämlich das Rupum und das Ende, nämlich die Rechtsbehelfsbelehrung und die Signatur drin.
[01:10:30] Und zumindest vormal wirkt die Klausur dann schon mal abgeschlossen, obwohl erst 15 Minuten vergangen sein mögen. Letzte Woche hat mir ein Ref aus meiner letzten AG, die jetzt gerade die Noten bekommen haben und jetzt bald ins bündige gehen, erzählt von seinen Klausuren und in der Z3-Klausur sagt er, es war so eine Verschreckungsabwehrklage, glaube ich, und eine Titelherausgabeklage am Ende und er sagt, die wäre schwer gewesen für ihn, hätte er nicht so richtig knacken können und da hat er aber gesagt, so jetzt kämpfe ich erstmal und hat genau das alles gemacht, Rupum aufgeschrieben,
[01:11:00] einen Tenor schon mal hingepinnt und er hat dann noch den Tatbestand geschrieben, weil er den konnte und dann hat er die Titelherausgabeklage auch schon geschrieben, weil er sagte, okay, das kann ich, da gibt es ja auch so einige Punkte, die man abklappern kann, das führt auch so zwei Seiten, womit man Punkte noch so ein bisschen sammeln kann und alles das, was er konnte, hat er das schon mal hingeschrieben und sagte, so, da hatte ich schon mal so ein Sicherheitsgefühl, jetzt hast du nicht gar nichts und auch wenn ich die Klausur noch nicht geknackt hatte, hatte ich jedenfalls das schon mal und er sagte,
[01:11:30] das hätte ihm dann auch drüber geholfen, über den Strich, der hat ja gut abgeschnitten aber das war halt, das hat ihn so ein bisschen gerettet, dass er alles, was er konnte, auch schon mal gemacht hat und das ist ja jetzt auch so toll mit der E-Klausur, wenn man da mit Textbaustein auch hinzuschieben kann und so was, da kann man, wenn man so merkt, okay, das werde ich sowieso zu prüfen haben, das kann ich auch, dann mache ich das jetzt schon mal, bevor ich jetzt mich aufhalte, damit die Klausur knacken zu wollen und am Ende vielleicht das nicht mehr zu schaffen, da hat er das abgearbeitet und dann hat er die Restzeit darauf verwendet, zu versuchen, die Klausur zu knacken und das fand ich
[01:11:58] eine ganz tolle Anekdote, dass er gesagt, das hat ihn gerettet da und das bestätigt, man kann schon mal abarbeiten, das hast du gerade gesagt, das und am Anfang erstmal zum Ruhe haben, aber auch wenn man so mittendrin so merkt, ich komme gerade nicht voran, aber man weiß, das und das werde ich sowieso zu prüfen haben, dann mache ich das schon mal. Was man hat, das hat man. Ja, schalten wir mal weiter mit der Reinschrift fort. Also jetzt haben wir ja meintalben die Lösungsskizze und haben eventuell in Urteilsklausuren auch schon Ruprobenanträge geschrieben
[01:12:27] und das Ende der Klausur. Wie machen wir dann weiter? Ich weiß, was jetzt kommt. Ja, was kommt jetzt? Ja, jetzt kommt wieder hier diese elendige Diskussion, die wir seit drei Jahren führen. Womit fangen wir an? Ja. Entscheidungsgründe der Tatbestand. Genau, richtig. Und ich weiß, dass du nicht davon abrücken wirst, was du jetzt sagst. Ja, man schreibt natürlich den Tatbestand als letztes. Das war nämlich mein zweiter Punkt in meiner Zeiteinteilung. Also nach einer Stunde habe ich angefangen zu schreiben
[01:12:55] und etwa 45 Minuten vor Ende habe ich angefangen, den Tatbestand zu schreiben. Also in Urteilsklausuren. Das war meine Zeiteinteilung. Auch an dieser Stelle können wir zunächst mal Bezug nehmen auf unsere Folgen zum Tatbestand. Das sind die Folgen 39, 40 und 42. Ja, warum schreibt man den Tatbestand als letztes? Das, jetzt keine Sorge, das sage ich jetzt so apodiktisch. Ich weiß auch. Man schreibt, man schreibt, man schreibt, man empfiehlt. Ja, warum empfiehlt ich das? In den Tatbestand gehört alles rein, was entscheidungserheblich ist.
[01:13:25] Und was entscheidungserheblich ist, weiß ich erst, nachdem ich die rechtliche Lösung einmal durchdrungen habe. Und ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich erst die Entscheidungsgründe runtergeschrieben habe, dann fließt danach der Tatbestand nur so aus mir raus. Dann habe ich den streiterheblichen Sachverhalt so klar vor Augen, dass ich kaum noch in der Klausur rumblättern muss, sondern wie gesagt, es fließt so nur aus einem raus. Natürlich spielt da auch eine Rolle, dass ich da in der letzten Stunde meiner Klausurbearbeitung angekommen bin. Das heißt, man hat ja schon den Atem
[01:13:55] der Prüferinnen und Prüfer so ein bisschen im Nacken. Deshalb habe ich dann den Tatbestand in der letzten Stunde runtergeschrieben. Und das hat auch dazu geführt, dass der eine angemessene Kürze hat. Weil was ich beobachte, also auch bei echten Examsklausuren, die ich korrigiere, dass die unglaublich viel Liebe auf den Tatbestand verwenden. Also jetzt bei Urteilsklausuren. Also man kann häufig von außen schon sehen, aufpassen, das ist jetzt keine pauschale Regel, ist nur eine anekdotische Erfahrung, die ich mache. Wenn eine Klausurbearbeitung, eine E-Klausur hat häufig
[01:14:24] um die 20 Seiten. Und wenn die Entscheidungsgründe erst auf der 13. oder 12. Seite anfangen, dann weiß man schon, da wird was nicht geklappt haben mit der Schwerpunktsetzung. Das ist schon mal so ein kleines Warnsignal. Und viele, die anfangen, den Tatbestand zu schreiben, also die anfangen mit dem Tatbestand, die wissen erstens nicht, worauf kommt es eigentlich an. Das führt dazu, dass unglaublich viel abgeschrieben wird aus dem Klausursachverhalt. Daten hier, Daten dort, dieses und jenes und so weiter und so fort. Das führt dazu, dass der Tatbestand unglaublich lang wird und das führt dazu,
[01:14:54] dass hinterher Zeit an anderen Stellen fehlt. So, jetzt seid ihr dran. Ich verstehe das Argument total und ich habe es anders gemacht, weil ich Tatbestände immer ganz gut schreiben konnte. Das fiel mir relativ leicht und deswegen hatte ich dann so dieses Abarbeiten. Das ist das, was ich gerade gesagt habe. Deswegen bin ich damit gefahren. Aber aus Prüfersicht jetzt oder aus Korrektorensicht kann ich das nur bestätigen, dass man eben oft eher getriggert wird von zu langen und zu ausführlichen Tatbeständen, wo dann auch Sachen abgeschrieben werden aus dem Sachverhalt, die für den Fall völlig irrelevant sind,
[01:15:23] wo dann Details reingebracht werden, die man nicht braucht und wenn man ins Gesetz nämlich guckt, da soll ja eben der Tatbestand, da muss man eben gungen, Ich wundere schon, was du denn sagst. Im Tatbestand sollen die erhobenen Ansprüche und die dazu vorgebrachten Angriffs- und Verteidigungsmittel unter vorhergehend gestellten Antrieb nur ihrem wesentlichen Inhalt nach knapp dargestellt werden. Das steht in § 313 Absatz 2 Satz 1 und wenn man das mal als gesetzliche Vorgabe nimmt. Das ist praktisch übrigens ein doppeltes Gebot zur Kürze,
[01:15:53] nur ihren wesentlichen Inhalt, nur knapp, genau, nur wesentlicher Inhalt und knapp. Und wenn man dann so lange Tatbestände sieht, wo ganz viel Motive der Parteien mit reingeschrieben wurden, die aber gar nicht relevant sind oder irgendwie so Rahmengeschichte, wie die Beziehung entstanden ist, obwohl es darauf gar nicht ankommt, dann verfehlt das im Grunde 313 Absatz 2 und man könnte gutem Gewissen sagen, das ist deswegen ein schlechter Tatbestand, auch wenn er vielleicht keine Unrichtigkeiten enthält, aber trotzdem schlechter, weil er eben nicht zusammenfasst. Das ist das eine, das ist eben das Inhaltliche,
[01:16:23] aber das andere ist eben das, dass man dann womöglich unglaublich viel Zeit verloren hat, weil man so viel Überflüssiges geschrieben hat. Und da reden wir ja von Achtung, machen Sie bitte klar, viele Tatbestände, das wird zu bestätigen, könnte man gut um drei, vier Seiten kürzen und das wäre dann 15 bis 30 Minuten Schreibarbeit. Und diese 15 bis 30 Minuten hätte man mehr für entweder entwickelnde Lösung oder schreiben der Entscheidungsgründe. Und das ist dann schon natürlich ein Argument. Also deswegen kann ich das, ich habe es anders gemacht
[01:16:52] und ich kann auch verstehen, wenn Leute den Tatbestand erschreiben, um was Sicheres zu haben, um so ein Sicherheitsgefühl zu kriegen, aber es spricht eben auch einiges dafür, das andersrum zu machen, weil man viel Zeit spart. Das ist ganz sicher so. Und da hat man, ich meine, wir werden alle wissen, fünf Stunden sind nicht zu lang für die Erstellung der Klausur. Ich oute mich jetzt. Ich weiß nämlich, dass ich, also erstmal, ich weiß, dass ich das auch so gemacht habe wie du, Richard. Ich habe auch den Tatbestand zuerst geschrieben und ich weiß auch,
[01:17:22] dass ich in der Klausurfolge Nummer 1 von Revpod gesagt habe, dass ich das auch immer so wieder machen würde. Und jetzt, drei Jahre weiter, drei Jahre später, würde ich sagen, würde ich meinem früheren ich jetzt doch noch mehr zurufen wollen. Versuch es doch mal andersrum. Also genauso wie du das empfohlen hast, Christian, erst die Entscheidungsgründe aus den genannten Gründen zu schreiben. Und zwar vor allem, weil ich merke, dass ich in der Praxis
[01:17:51] jetzt einfach genau so arbeite. Es ist einfach schon, es ist ein Nutsch. In der Praxis macht man es genauso. Man macht es genauso. Nee, mache ich nicht. Nee, du machst erst den Tatbestand. Also in der Praxis, wenn ich gerade den Fall mündlich verhandelt habe und da habe ich den Tatbestand perfekt drauf. Ja, aber du hast den dp ich da sofort runter. Beim Urteil schreiben. Aber du, ja, sofort den Tatbestand, den habe ich ja sofort drauf. Achso, ehrlich, okay. Aber in dem Moment hast du deine rechtliche Lösungen kommt doch auch schon vorhanden. Da ist ja alles komplett durchgelöst. Ja, genau. Alles komplett durchgelöst. Das ist was anderes. Genau. In der Praxis ist das was anderes. Ja, ich habe aber,
[01:18:21] wenn ich mein Urteil ausformulieren habe, ich schreibe immer erst die Entscheidungsgründe und dann den Tatbestand mache ich dann so peu a peu. Ist jetzt nicht wie in einer Klausur, weil es natürlich anderes Arbeitsgeschehen ist. Ja, ich kenne es nur, wenn ich Sachen votiere. Also das bedeutet, wenn man im Vorfeld einer, vor allem einer mündlichen Verhandlung in Zivilsachen eine Sache begutachtet, wie die Lösung aussehen könnte. Da fange ich manchmal an, erst ein Sachverhalt mir zusammenzuschreiben, wenn und weil ich keine Ahnung habe, wohin die Reise geht. Einfach um mal, schon mal was zu haben. Aber das ist nicht übertragbar
[01:18:51] jetzt auf die Klausursituation. Aber im Grunde kommt das dann aus Korrekturerfahrungen, was wir haben, weil wir halt sehen, was manchmal in Tatbeständen für überflüssiger Quatsch drin steht. Und das ist eben... Ja, nicht mal nur aus... Also das stimmt, aber auch aus dieser... Also das, was Paragraph 313, was war das, Absatz 2, will ja diese kurze, knappe Darstellung, das ist ja auch eine Sprachkompetenz, die man lernt. Leistung. Ja, ist eine große Leistung. Genau. Und das so anzupassen, also insbesondere die Entscheidungsgründe
[01:19:19] richtig und auch irgendwie knapp darzustellen, aber dann auch den Tatbestand so schön verknappt und so schön nur, dass jeder Satz so alles Wesentliche enthält und kein überflüssiges Wort da drin ist. Ich glaube, das erreicht man am ehesten, wenn man mit den Entscheidungsgründen anfängt. Und jetzt kommen wir mit etwas Mathematischem und das ist nicht apodyktisch und das hängt natürlich vom Prüferermessen ab, aber beim Prüferseminar, wo ich war, bestand eigentlich Konsens. Was kann man mit dem Tatbestand holen?
[01:19:49] Und dann war der Konsens drei Punkte. Und wenn dann am Ende der Tatbestand fehlt, gibt es drei Punkte Abzug. Wenn die Lösung aber unvorstellig ist, wird es im Zweifel mehr geben. Das muss man einfach klar machen. Also Mathematisch und übrigens irgendeinen Punkt für den Tatbestand kriegt man immer auch, wenn man da nur ein Drittel hinpinnt oder sowas und die Anträge vielleicht richtig hat. Das kriegt man dann schon mal immerhin ein bisschen was und dann lohnt es sich vielleicht nicht zu viel zu kämpfen für den perfekten Tatbestand im Vergleich zur perfekten Lösung. Aber gut, jeder hat für sich ausloten,
[01:20:19] aber es gibt eben gute Argumente für Christians Weg und ich kann das gut nachvollziehen. Umso mehr, je mehr ich korrigiere. Hat uns ja auch ein Hörer geschrieben, hat mich besonders gefreut. Oh ja, was hat er geschrieben? Er hat selbst gesagt, unpopular opinion, erst Klausurskizzieren, dann Ruprum, dann Entscheidungsgründe, dann Tenor und ganz am Ende in Großbuchstaben den Tatbestand. Wie bei einem in zehn Minuten hingeklatschter Tatbestand als ein hingeklatschtes Ende der Entscheidungsgründe. Das sehe ich ganz genauso. Das stimmt. Ruprum sehe ich eigentlich, muss aber
[01:20:49] vorher perfekt sein, finde ich. Also, wenn das Ruprum da hingeklatscht ist mit tausend Fehlern, das ist nicht gut. Ja, ja, das hat er aber auch ja nicht gesagt. lieber ein in zehn Minuten hingeklatschter Tatbestand als ein... Nee, aber ich hatte Reihenfolge verstanden, Lösungs, dann Ruprum, dann Tatbestand. Wenn das so gemeint war, dann... Klausurskizzieren, Ruprum, Entscheidungsgründe, Tenor. Achso, Entschuldigung, okay, dann genau richtig. Ja, das ist ein guter Punkt, das können wir vielleicht auch an dieser Stelle mal ansprechen, diese ganzen Formalia, die wir können müssen, da können wir Bezug nehmen auf unsere Ruprumsfolge, das war Folge 58.
[01:21:18] Ein Ritt durch drei Jahre Ravpot. Ja, genau. Und wir müssen... Welche Nummer? 15? 58 war das. Und man muss für das zweite Staatsexamen, ich habe das mal hochgerechnet, man muss über 25 Formulare auswendig kennen. Also man braucht die Urteilsformulare, also die Formalia für Strafurteil, Verwaltungsurteil, Zivilurteil. Man braucht die Formulare für Klageschrift, jeweils im Zivilprozess als auch im Verwaltungsprozess. Man braucht die Formulare,
[01:21:47] wie man reagiert bei Klausuren aus Beklagten sich und so weiter und so fort an Klageschrift. Also über 25 Formulare muss man kennen. Und das ist super, super, super nervig, das auswendig zu lernen. Ich finde das todlangweilig. Ich habe das gehasst und ich bin jeden Tag dankbar dafür, dass ich das heute nicht mehr auswendig können muss. Aber man sollte das lieben und schätzen lernen, weil das ist zwar blöde Auswendiglernerei, aber es ist auch gewissermaßen nur Auswendiglernerei. Das ist eine reine Fleißarbeit.
[01:22:16] Und man weiß jetzt, das ist super cool, man weiß jetzt, wenn ich jetzt das Ruprum auswendig lerne, das wird hundertprozentig abgefragt werden. Ich mache jetzt schon was für mein Examen von morgen. Das ist anders als im ersten Examen. Im ersten Examen muss ich ständig Sachen lernen, wo ich nie weiß, ob die drankomme. Wenn ich jetzt die Formalia im Urteil lerne, Ruproben, wie baue ich einen Tatbestand etc. auf, das kommt hundertprozentig dran. Und das ist doch mega, mega cool. Und es ist ja nicht, dass man völlig unterschiedliche Dinge auswendig lernen muss, sondern oftmals gibt es ja Überschneidungen und man muss nur die Unterschiede kennen.
[01:22:45] Wie zum Beispiel ein Ruprum vom Beschluss und ein Ruprum vom Urteil, die haben ja viele Ähnlichkeiten. Die sind ja nur in Kleinigkeiten unterschiedlich und sowas. Das kriegt man schon hin. Ja, deswegen ist es super nervig. Aber es ist wie gesagt nur Fleiß. Und da muss man auch manchmal sagen, da verstehe ich einige Prüfenden, die da auch wenig Verständnis dafür haben, wenn das Ruprum jetzt stark fehlerbehaftet ist. Weil man sich denkt, man hat zwei Jahre Zeit, das nun mal auswendig zu lernen. Das ist letztlich eine Disziplinenfrage vor allem. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel und auch klar, im Eifer des Gefälds kann man manche Sachen vergessen.
[01:23:15] Aber ihr wisst, was ich meine. Ja, reden wir noch mal ein bisschen länger über die Reinschrift, bevor am Ende, das werde ich noch so, ja, wie soll ich sagen, so ein bisschen eine Mülltonne haben, wo alles möglich reinkommt. Ach nee, halt. Über einen Punkt haben wir noch nicht gesprochen, was den Tatbestand anbelangt oder allgemein, nicht nur den Tatbestand, allgemeine Klausuren, nämlich Abkürzungen. Ach, an dieser Stelle spielen wir jetzt Christoph ein. Ja, genau. Das sage ich schon jetzt.
[01:23:41] Christoph ist nämlich ein eiserner Gegner offenbar von Abkürzungen. Ja. Hat er uns gesagt, während ich meine, dass Abkürzungen zulässig und auch geboten sind, um Zeit zu sparen. Uns geht es dabei in diesem Zusammenhang natürlich um Abkürzungen in Urteilsklausuren, in Gutachtenklausuren, zumindest im Gutachten selbst, sind Abkürzungen sehr geläufig und werden nach meiner Erfahrung auch nicht negativ bewertet, außerhalb des praktischen Aufgabenteils.
[01:24:11] Also Abkürzungen in Urteilsklausuren. Was sagt ihr dazu? Nein, würde ich dazu sagen. Du würdest Nein sagen. Keine Abkürzungen. Ich bin da voll und ganz bei Christoph, muss ich leider sagen. Ich bin persönlich tolerant, fürchte aber, dass es einige gibt, die das ankreiden. Das ist mein Standpunkt. Ja, aber kannst du nicht mal jetzt hier Stellung beziehen? Also mir ist es doch wohl... Kann ich nicht, weil ich streiche es nicht an, aber ich weiß halt, dass es welche anstrengt. Ja, ich streiche das auch nicht an, aber jetzt hier in den AG-Klausuren, das ist ja Pipifax.
[01:24:40] Was die Empfehlung wäre. Wenn du jetzt... Welche Klausur findest du besser? Mit oder ohne Abkürzung? Ohne. Ohne. Ohne Abkürzung. Du bist allein auf weiterflucht. Also ohne Abkürzung finde ich... Ist das allemal, ist ja nur die Frage, ob es hinnehmbar ist. Also stylistisch finde ich es auch schöner. Ich meine halt, prüfungsrechtlich ist das gut vertretbar, Abkürzungen zu machen. Also zum Beispiel so was, wenn man im Tatbestand das erste Mal Kläger schreibt, dass man Kläger ausschreibt und dann in Klammern K. Man muss natürlich einmal das komplett ausschreiben oder dass man einmal komplett Verwaltungsakt ausschreibt und dann in Klammern VA oder Versäumnisurteil
[01:25:10] in Klammern VU etc. Das halte ich für vertretbar und darf deshalb nicht angestrichen werden. In meiner Erfahrung ist das auch in den Examensklausuren, die ich als Zweitkorrektor gesehen habe, nicht angestrichen worden von den Erstkorrigierenden. Und ich persönlich habe es in meinem Examen auch so gehandhabt, dass ich Abkürzung verwendet habe und es nirgendwo angestrichen wurde. Man würde es in der Praxis halt nicht machen. Deswegen fürchte ich, dass eben der eine oder andere sagt, das ist nicht praxistauglich, wenn man es so macht. Aber wie gesagt, wenn man es so definiert mit Klägern, Klammer auf, Klammer zu,
[01:25:40] ich würde es niemals anstreichen. Ich würde das auch niemals anstreichen. Ich weiß auch gar nicht, ob das ehrlicherweise, da lehne ich mich jetzt so weit aus dem Fenster, aber ob das irgendwie prüfungsrechtlich relevant wäre? Ja, das ist halt, wie Richard sagt, man kann das wahrscheinlich negativ bewerten, wenn man jetzt meint, das sei irgendwie, es würde die praktische Verwertbarkeit einschränken. Das sehe ich halt nicht so, jedenfalls solange zum Beispiel bei Urteilsklausuren nicht die Verstreckbarkeit berührt ist. Im Tenor natürlich auf gar keinen Fall abkürzen. Deswegen ich halte das für zulässig. Zulässig halte ich übrigens auch Absätze mit Römisch 1.
[01:26:09] und Römisch 2. und so weiter. Also statt Absatz 2, statt Abs Punkt 2, Römisch 2 zu schreiben. Ihr wisst, was ich meine, oder? Das können mir alle freuen. Das ist auch in der Literatur üblich. Deswegen halte ich das für vollkommen unverfänglich und spart auch so ein bisschen Zeit. Oder Praxis üblich. Es gibt solche und solche. Deswegen kann das auf keinen Fall nachher angestrichen werden. Und übrigens so Abkürzungen wie ZB für zum Beispiel und so, das ist natürlich auch unverfänglich. Ja, wie ist das mit Überschriften?
[01:26:39] Nein, ich mache es nicht zumindest. Und finde, das kennt man aus der Praxis nicht. Was sind für Überschriften? Ja, das ist eine sehr klüge Rückfrage. Es kommt wahrscheinlich darauf an, um was für Überschriften wir reden. Insoweit war meine Frage. Tatbestand, Entscheidungsgründe schon. Genau. In einem Urteilsentwurf schreiben wir natürlich Tatbestand über Tatbestand und Entscheidungsgründe über Entscheidungsgründe. Die Frage ist, ob wir mehr Überschriften benötigen, insbesondere in Urteilsklausuren innerhalb der Entscheidungsgründe. Und da würde ich auch sagen, es ist eher unüblicher, weil die Überschriften sind letztlich
[01:27:08] die Obersätze, die man schreibt und bildet. Wenn man saubere Obersätze hat, macht man keine Überschriften. Genau. Mit Absätzenarbeit allerdings. Das finde ich ganz, ganz, ganz wichtig. Also nicht so Fließtext, bitte nicht die gesamte Zulässigkeit in einem Fließtext ohne Absatz machen. Das triggert den Prüfer und nimmt eben genau diese Übersichtlichkeit weg. Und dann wünscht man sich fast wieder Überschriften, wenn man so ein Fließtext hat. Aber wenn man eben mit guten Obersätzen arbeitet, sieht man sofort am Anfang, worum geht es jetzt im nächsten Absatz. Und das ersetzt die Überschrift, finde ich auch. Gliederungspunkte?
[01:27:36] Ja, kurz noch zu Gliederungspunkten auch gleich, aber kurz noch zu den Überschriften. Das ist, es kann in Gutachtenklausuren halt wiederum ein bisschen anders sein. Also zum Beispiel Rechtsanwaltsklausuren hat man natürlich den großen Überschriften Mandantenbegehren in der Regel und dann Gutachten. Und dann kann man überlegen, noch weiter zu gliedern, also noch weiter Überschriften zu machen in Zulässigkeit der Klage oder Begründetheit der Klage, je nachdem. Da finde ich es auch gut. Da finde ich sogar noch, fände ich sogar noch mehr Überschriften gut, wie so Rechtsgrund-Fragezeichen oder so was. Oder Rechtsgrund oder irgendwie.
[01:28:05] Ja, es darf halt nicht zu granular werden. Nein, nicht zu klein, aber so die großen Punkte fände ich sogar okay. Genau, finde ich auch. Ja, Gliederungspunkte ist so ein ähnliches Thema und würde ich auch ähnlich beantworten. Also innerhalb der Entscheidungsgründe eher nein. Halte ich aber für vertretbar, würde ich nicht anstreichen, habe ich auch noch nicht gesehen, dass es angestrichen worden ist. Innerhalb von Rechtsanwalts- und Gutachtenklausuren auf jeden Fall Gliederungspunkte. Zu meiner Zeit gab es das gar nicht, war das verpönt. Was? Ja, in Gutachten?
[01:28:34] Nein, nein, in Urteilen. Entschuldigung, in Urteilen. Aber heutzutage in der Praxis sieht man das so weit verbreitet und der BGH gliedert ja selber auch so krass. Und in der Praxis ist das heute auch sehr verbreitet. Deswegen wird das auch nicht angestrichen werden, denke ich. Aber ich würde es auch ohne, aber das fände ich jetzt, oder? Ich mache es auch lieber ohne. Ich mache ohne in Urteilslausuren, genau. Und in Gutachtenklausuren mit. Aber wie gesagt, nicht verwirren lassen von der Praxis. In der Praxis gliedere ich wie ein Wahnsinniger. Also Gliederungspunkte, keine Überschriften in den Entscheidungsgründen.
[01:29:03] Wie ein Wahnsinniger. Ja, ich finde das toll. Klammer auf. Zu gliedern? Echt? Bis wohin gliederst du denn? Klammer auf, Gamma, Gamma, Gamma. Ja, das fange ich jetzt. Auf jeden Fall, bis ich in meinem geliebten Altgriechisch ankomme, dafür bin ich ziemlich zu Hause. Dann denke ich, mein Griekum, das hat noch was gebracht. Oh Gott, ey. Doppelklammer Gamma. Oh Gott, das finde ich ganz furchtbar. Nur wer mir bis Omega folgen kann, der hat es verdient. Der hat es verdient. Das fülle ich. Genau. Ach Gott, nee. Das sieht scheiße aus. Außerdem wüsste ich überhaupt nicht,
[01:29:33] wie man Gamma tippt. Das wüsste ich auch nicht. Aber auch da, können wir wieder Bezug nehmen auf das E-Klausurenprogramm, da kann man das mal ausprobieren. Ich meine, da gibt es so einen Reiter für Sonderzeichen. Da kann man draufklicken. Ich hoffe, das ist schon zu anstrengend. Ja, genau. Wer Gamma schreiben muss, hat schon was falsch gemacht. Ja, bleiben wir mal bei der Reinschrift. Und zwar Urteils, die haben wir noch gar nicht drüber gesprochen. Da haben wir auch eine Folge gemacht, Richard und ich. Das ist die Folge 30. Und wer die Folge kennt, wird auch mit dem Tipp eines Hörers was anfangen können,
[01:30:02] der nämlich geschrieben hat, das nervige Kind, das ständig Warum fragt. Die Warum-Frage ist nämlich genau die Kontrolle dafür, ob man den Urteilsstil einhält oder nicht. Warum? Genau, wir können das mal, du bist jetzt mal das Warum-Kind. Ich sage jetzt mal, die Klage hat Erfolg. Warum? Die Klage ist zulässig und begründet. Warum? Die Klage ist begründet, weil der Kläger einen Anspruch auf Kaufpreisrückzahlung hat. Warum? Der Kläger ist wirksam vom Kaufvertrag zurückgetreten. Warum? Dem Kläger stand ein gesetzliches
[01:30:32] Rücktrittsrecht nach 437 Nummer 2323 BGB zu. Warum? Dem Kläger stand ein gesetzliches Rücktrittsrecht zu, weil die Sache nach 434 BGB Mangelhaft gewesen ist. Warum? Und so weiter und so fort. Na, jetzt hat er keinen Bock mehr. Jetzt fällt ihm die Definition von Mangel nicht mehr ein. Müssen wir jetzt in 434 wieder gehen. Also man weiß, wohin die Reise geht. Also wenn man sich mal fragt in der Klausur, ist das jetzt noch Urteilsziel oder nicht, kann man sich mal die Frage stellen, ist das eine Antwort auf eine gedachte Warum-Frage? Falls nein, spricht viel dafür, dass es kein Urteilsziel sein dürfte.
[01:31:02] Ja, wir haben auch noch nicht über die Reihenschrift des Tenors gesprochen. Da können wir auch erst mal vielfach Bezug nehmen. Wir haben schon allgemein über den Tenor gesprochen. Das ist die Folge 3, auch schon lange her, Tenorierung im Zivilurteil. Folge 3, wer hat die denn gemacht? Das war Richard und Reiche. Ah, okay. Und dann kommen unsere Folgen, Anna, zum Kostentenor. Das sind die Folgen 31, 32 und 51 mit Klaras kleinen Kostentrick, die baumbachische Kostenformel. Die übrigens vor kurzem in einer Hörerrezension
[01:31:30] ja als rettend zitiert wurde. Ja, stimmt. Ohne Klaras kleinen Kostentrick hätte ich es nicht geschafft, steht da drin. Das ist süß. Ja, genau. Also wenn du, liebe Hörerin, lieber Hörer, die baumbachische Kostenformel nicht merken kannst, dann geh doch mal über zum Klares kleinen Kostentrick, den findest du in Folge 51. Und dann haben wir noch die Folgen, Richard, zur Vorderfingungstreckbarkeit. Genau, das sind die Folgen 70 bis 72. Also darauf nehmen wir erstmal ganz pauschal Bezug. Und dann, im Übrigen, wenn ihr das alle gehört habt und dann nochmal, um das Wichtigste zusammenzufassen,
[01:32:00] was wäre das so? Das Wichtigste aus all den genannten Folgen. Ja, das waren jetzt so viele Folgen. Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben. Hinreichend bestimmt muss alles sein. Der Tenor ist in Urteilsklausur natürlich das Herzstück. Also das heißt Herzstück, weil wenn der kaputt ist, dann ist das Urteil in der Praxis unbrauchbar. Und das kann zu herben Punktabzügen bei Prüfenden führen. Nochmal, wir verweisen nach oben. Das muss nicht dazu führen, dass man durchgefallen ist, aber das ist ein grober Schnitzer.
[01:32:30] Und dazu der wichtigste Tipp ist, der Tenor muss zur Lösung passen. Das ist immer sehr ungünstig, wenn man irgendwie vorne schreibt, die Klage wird abgewiesen und am Ende dann sagt, der Anspruch besteht. Das ist sehr unglücklich. Und das Zweite, was einem, wenn man sich konzentriert, nicht passiert, ist, dass die Vollstreckbarkeit fehlt. Wenn man zum Beispiel sowas schreibt wie Zinsen seit Rechtshängigkeit, das geht im Tenor nicht, da muss ein Datum rein. Das weiß auch jeder und da ärgert man sich nachher schwarz, wenn man es vergessen hat, wenn man das gemacht hat. Aber da muss man sich konzentrieren
[01:32:59] und so Sachen wie, im Übrigen wird die Klage abgewiesen. Das sind alles nur Konzentrationsgeschichten, die, wenn man einmal sich nochmal, wenn man den Tenor geschrieben hat, nochmal einmal kurz, vielleicht 30 Sekunden nur mit dem Tenor beschäftigen, lesen und überlegen, ist das so richtig oder nicht. Das lohnt sich auf jeden Fall. Ja, also der Tenor muss zur Lösung passen. Der Tenor muss bestimmt sein, also keine Zinsen seit Rechtshängigkeit und der Tenor muss vollständig sein. Das heißt, wenn man auch nur wegen eines Cents abweist, dann im Übrigen auch im Tenor abweisen. Etwas, was auch in der Praxis häufig gerne mal vergessen wird.
[01:33:29] Also nicht häufig, aber es wird halt mal vergessen. Dann Empfehlung, den Tenor auch einzurücken und dadurch hervorzuheben. Das ist üblich und sollte man deshalb bestenfalls auch im Examen machen. Genau. Und wenn man irgendwie damit nicht zurechtkommt, weil man das Programm nicht, wir hatten schon einen Grund wieder mehr mit dem Originalprogramm zu üben, damit man weiß, wie man da einrückt. Wenn man sich hinkriegt, dann macht es halt Fettdruck oder irgendwas, aber hebt ihn irgendwie hervor. Ja. Aber einrücken ist besser. Und deswegen schreibt mit dem Original-Tool, dann könnt ihr das. Ja. Wie machen wir weiter? Ich habe noch einen ganz großen Punkt.
[01:33:59] Ich weiß gar nicht, ob ich meine Versprechen schon alle eingelöst habe. Also über diese Pauschale, die einzig wahre Wahrheit habe ich ja schon gesprochen. Das nervige Kind auf der Rücksitzbank, das kam noch nicht ganz vor. Es kam schon ein Kind vor, aber es ist ein anderes Kind. Ach, es ist jetzt mal ein anderes Kind. Welches meinst du denn? Und es gibt noch den Konkurrenztrick beim Strafrecht. Womit machen wir jetzt mal weiter? Ich habe noch einen großen Block Begründungstiefe. Ah ja. Oh ja. Bei Problemschwerpunkten. Betrifft ja auch sozusagen die Reihenschrift, insbesondere dann die Entscheidungsgründe.
[01:34:28] Die meisten Punkte bekommt man halt bei den Problemschwerpunkten und dort dann nicht für das richtige Ergebnis. Also dafür bekommt man auch Punkte, aber die meisten bekommt man nun mal für die dahin führende Begründung. Was kann man da für Tipps geben? Von sich reinzoomen gedanklich. So ins Detail zoomen. Ja, der wichtigste Tipp ist erstmal, finde ich, sich zu disziplinieren, das überhaupt zu machen. Dass man nicht schon froh ist, das Ergebnis wohl im Kommentar gefunden zu haben und hinzuschreiben. Das ist jetzt die Lösung.
[01:34:58] Sondern dass man dann wirklich, wenn man das gemacht hat, noch einmal diszipliniert. Und jetzt lass mich doch noch einen Satz der Begründung zumindest oder zwei oder drei hinschreiben. Das ist ja so, man muss den Schwein und überwinden. Man will am besten, am liebsten weiterschreiben, die nächsten Punkte abklappern. Aber immer dann, gerade wenn es ein Schwerpunkt war oder überhaupt auch, wenn es ein erörterungswürdiges Thema war, muss man noch ein, zwei Sätze zur Begründung schreiben. Weil das gibt nachher die Punkte oder Punktabzüge, wenn es fehlt. Das ist wirklich wichtig.
[01:35:27] Und da kann man übrigens dann auch eben seine Klausuren retten, wenn man eben das Ergebnis anders als der Mainstream hat. Was auch völlig in Ordnung ist. Das ist ja auch noch, da wären wir bestimmt gar nicht drauf gekommen. Man muss nicht die Lösungsskizze des RJPA treffen, um die Klausur zu bestehen. Sondern man muss eine vertretbare Lösung haben. Und das heißt, man kann auch abweichend von der gegebenenfalls so herrschenden Meinung oder jedenfalls von der Mainstream-Meinung die Klausur lösen, wenn man es vertretbar begründet. Aber das erfordert halt Begründung.
[01:35:56] Und deswegen muss man sich disziplinieren. Und auch das kann man in den Übungsklausuren üben. Begründet, begründet, begründet. Da sollte man sich disziplinieren. Und wie du schon richtig sagst, man muss nicht die Lösungsskizze des RJPA treffen. Man kann das auch nicht oft genug betonen. Diese Lösungshinweise des RJPA sind auch nicht bindend. Die binden die Prüferinnen und Prüfer in keiner Weise. Deshalb ist es auch erstmal überhaupt nicht schlimm, wenn man die nicht trifft. Entscheidend ist, ob die dahinführende Begründung vertretbar und überzeugend ist.
[01:36:25] Aber jetzt mal angenommen, ich wäre jetzt jemand, der sich wirklich disziplinieren möchte, jetzt hier Begründungstiefe zu bringen und wirklich was zu begründen. Habt ihr denn Tipps, wie ich da vorgehe? Also, ja. Ja, dann hau raus. Ja, warte. Jetzt sag ich so vor allem. Oder du hast einen Tipp. Nein, nein, du sollst anfangen. Also, ich würde etwas voranstellen und das ist folgendes, und zwar, dass man das Unerwartete erwarten soll.
[01:36:54] Man soll nicht davon ausgehen, dass die Probleme, die man teilweise kondensiert in den Skripten dargereicht bekommt, auch im eigenen Examen eine Rolle spielen werden. Die Problemschwerpunkte werden erfahrungsgemäß auf Problemschwerpunkte hinauslaufen, die man bis dahin nicht gekannt hat. Deshalb darf man sich auch nicht in falsche Sicherheit wiegen lassen, wenn man die Skripten mit den Skripten lernt und dann gut in AG-Klausuren abschneidet, weil diese AG-Klausuren, die ja in der Regel schon zwei Jahre auf dem Buckel haben, die haben häufig schon Eingang
[01:37:23] in die geläufigen Skripte gefunden. Das ist ein Glas für die Themen der Skripte. Ja, genau. Die werden verwertet in diesen Skripten, dann bereitet man sich mit diesen Skripten auf diese AG-Klausuren vor und natürlich schreibt man dann die AG-Klausuren relativ gut. Aber das ist nicht das echte Examen. Das echte Examen ist hier ein Problem. Hast du nie von gehört? Ja, wir kommen im Examen. So ist das halt oft. Ja, und das erschrickt dann viele, aber das sind eigentlich erstmal gute Nachrichten, weil es bedeutet, du musst jetzt erstmal nichts auswendig lernen, sondern jetzt ist eben Methodik gefragt
[01:37:52] und Handwerkszeug. Handwerkszeug, genau. Handwerkszeug. Ja, und dann bestenfalls natürlich anhand der klassischen Auslegungsmethodik, also Wortlaut, Systematik, Sinn und Zweck, dass man anfängt zu argumentieren, was man für richtig hält. Was den Sinn und Zweck anbelangt, da ist, finde ich, ein sehr wichtiger Tipp, immer mal in die ersten Randnummern der jeweiligen Kommentierung zu schauen, also im Grüneberg oder im Fischer, im StGB, weil man da immer wichtige Hinweise auf den Sinn und Zweck einer Regelung findet.
[01:38:22] Und das ist häufig bei mir mein erstes Argument nach dem Wortlaut gewesen. Also, keine Ahnung, Wortlaut ist ja häufig ein bisschen indifferent, weißt in die eine oder andere Richtung, aber wenn man dann erstmal in die Kommentierung schaut und da, aha, das ist der Sinn und Zweck, dann legt man den zugrunde und argumentiert damit. Diese Formvorschrift dient dem Schutz des Käufers oder diese Vorschrift dient der Rechtssicherheit zum Beispiel. Das steht ja manchmal zu Beginn im Kommentar und das ist dann oft auch das Argument, was wir nachher für die Begründung nehmen können. Ja.
[01:38:50] Und es gibt halt so Eselsbrücken, viele haben vielleicht schon mal von dieser Wurst-Eselsbrücke gehört, für unterschiedliche Argumentationstopoi, also Topoi ist Plural von Topos, wieder altgriechisch, und heißt eigentlich Ort. Das sind Argumentationsmuster. Wurst ist ein Akronym, dabei steht das W für Wortlaut oder Wertung, das U für Umstände des Falles oder Umgehungsgefahr, das R für Risikosphäre, das S für Schutzwürdigkeit oder Schutzbedürftigkeit, das T für Telos oder Treu und Glauben.
[01:39:20] Das kann man, wenn es einem hilft, mal so neben die Klausur schreiben und dann versuchen, aus diesen Mustern eine Argumentation zu bilden. Und das funktioniert tatsächlich, das hört sich dann juristisch an, ohne dass da unter Umständen viel Substanz hinter ist. Das kann so im Notfall mal, im Notfall halt helfen, es wäre so eine Notfalllösung. Ja, wollen wir das mal vormachen? Ja, mach das mal vor. Ein Problem? Da fällt euch ein Problem ein, ein rechtliches Problem,
[01:39:49] für das wir eine Lösung gesucht haben und dann halt so Argumentations... Es wäre auf jeden Fall cool, wenn wir das jetzt vormachen könnten. Ich bin, ich habe, ich bringe ein Sachenrechtliches Problem. Okay. Das ist übrigens auch etwas, das hat noch kein Eingang, das wird auch kein Eingang mehr in einen Rechtsprechungsbattle finden. Dafür ist die Entscheidung zu alt. Aber das werde ich im nächsten Rechtsprechungsbattle einmal ansprechen. Und zwar hat der BGH ja den engen Verwendungsbegriff aufgegeben im Eigentümer-Besitzer-Verhältnis. Also früher war es ja so,
[01:40:18] dass grundlegende Umgestaltungen einer Sache keine Verwendung waren im Sinne des EBV. Das war jahrzehntelange BGH-Rechtsprechung und das hat der BGH letztes Jahr oder vorletztes Jahr, ich glaube letztes Jahr war die Entscheidung, aufgegeben, diese Rechtsprechung. Jetzt können wir mal sagen, warum sind denn... Ihr seid alle bei mir? Ja, ich ja. Ich gucke mich gerade wie so ein Auto. Ist das diese Hausgeschichte? Ja, genau. Also wenn ich ein Haus auf einem Grundstück baue, was unbebaut ist, dann ist dieser Hausbau keine Verwendung nach alter Rechtsprechung gewesen,
[01:40:48] weil es die Sache grundlegend umgestaltet, nämlich aus einem unbebauten Grundstück ein Hausgrundstück macht. Und diese Rechtsprechung hat der BGH jetzt aufgegeben. Und da könnte man zum Beispiel argumentieren, fangen wir mal... Das Rangsdorf war das. Das Rangsdorfer Hausdauer ist diese Entscheidung. Wir verlinken das mal in eine Show-Nats. Man könnte dann halt zum Beispiel argumentieren, dann guckt man erstmal in Grüneberg, was ist denn der Sinn und Zweck des Eigentümer-Besitzer-Verhältnisses. Und dann wird dort überall stehen, der Sinn und Zweck des Eigentümer-Besitzer-Verhältnisses ist es, den gutläubigen,
[01:41:16] nicht verklagten Besitzer zu privilegieren. Das ist also die Wertung. Dann kann man argumentieren, nach der Wertung des Eigentümer-Besitzer-Verhältnisses soll der gutläubige, unverklagte Besitzer privilegiert werden. Also das habe ich bislang nur abgeschrieben aus dem Kommentar, oder? Ja, bislang nur abgeschrieben. Ja, und jetzt können wir mit diesen Argumentationstorfer können wir jetzt einfach so eine Argumentation weiterstrecken. Dann können wir sagen, diese Wertung würde man umgehen, wenn Verwendungen, die die Sache grundlegend umgestalten,
[01:41:45] nicht ersatzfähig wären. Da haben wir das U verarbeitet. Das U stand nochmal wofür? Für Umgehungsgefahr oder Umständnis Einzelfalls. Man kann dann weiter argumentieren, dass eine Sache grundlegend umgestaltet wird, liegt in der Risikosphäre des Eigentümers. In Klammern, deshalb hat er die Verwendung zu ersetzen. Das war jetzt das R? Das war das R. Dafür spricht auch, dass der zwar nicht berechtigte, aber gutläubige, unverklagte Besitzer
[01:42:14] schutzbedürftig ist. Deshalb ist es nach Sinn und Zweck, dass jetzt Telos, T und Treu und Glauben geboten, dass Aufwendungen, die die Sache grundlegend umgestalten, auch ersatzfähig sind. Bei der Risikosphäre hätte ich noch ein Warum hinterher gefragt. Weil mich das nicht so überzeugt hat. Aber das ist ja nicht entscheidend, sondern entscheidend ist, dass man erkennt, in welcher Richtung hier argumentiert wird, mit welchen Topics, mit welchen Themen. Und das ist doch, man muss ja noch nicht mal, das haben wir jetzt gerade mal
[01:42:43] so beispielhaft schön skizziert, alles runter, aber es wäre ja schon toll, wenn man zu ein, zwei oder drei was schreibt. Das kann ja schon reichen. Ja, genau. Und es soll einfach nur veranschaulichen, ich habe jetzt da wirklich nichts zu, ich kann das aus dem Kopf nicht, die Entscheidung. Das war super. Mach ganz toll, Christian. Ja, ich weiß gar nicht. Ich meine es ernsthaft. Ich war das super. Es war wirklich veranschaulich. Es war jetzt kein Fake, das war einfach gerade aus der Hüfte geschossen. Man kann damit, wenn man das übt, dann ist das wirklich relativ valid, um aus der Hüfte geschossen immer mal was rauszuhauen.
[01:43:12] Und jetzt eine Kleinigkeit noch, wenn man was begründet, ich lese das dann manchmal, dass dann sehe ich, oh ja, bemüht sich um Begründung, ganz schön und denke ich, na, aber das ist doch wirklich Quatsch. Nein, nein, das meint die nicht. Und dann mache ich das manchmal, das ist nie böse und das wissen meine Refs dann auch. Und dann sage ich, so, jetzt mal zu Ihnen, in Ihrer Klausur, Sie schreiben das und das. Glauben Sie das wirklich? Und dann kommt es so ganz klein, nein. Also sind Sie selbst nicht überzeugt von der Argumentation? Nein. Und dann denke ich immer, dann schreiben Sie doch das, wovon Sie überzeugt sind. Ja, okay.
[01:43:42] Das ist so, manchmal kann man das auch ein bisschen kontrollieren und sagen, überzeugt mich das eigentlich selber, was ich da geschrieben habe. Nochmal einmal lesen und sagen, jo, passt. Ja, das ist ein guter Tipp, finde ich. Wenn ich viele, auch Examsklausionen gerade korrigiere, dann fällt auf, dass Argumente einfach so runtergespult werden, ohne dass da wirklich so ein Wille spürbar wird, zu überzeugen. Genau. Und dabei ist das ja auch eine unserer Kernkompetenzen in der Praxis. Wir wollen ja überzeugen. Jeder will überzeugen. Ich will auch dich, liebe Hörerin, lieber Hörer, gerade überzeugen, während ich hier rede. Und ich hoffe, auch.
[01:44:11] Und bei Klausuren, wo das irgendwie fehlt, dieser Wille, dann merkt man das auch. Und da fehlt dann so ein bisschen so eine gewisse Kraft. Und wenn man mal merkt, so eine Klausur, die meine Teilen dann auch eine Minderheitsansicht verfolgt, die allerdings so stark begründet wird, wo man merkt, da ist jemand, da steht jemand hinter, da hat jemand sich richtig Gedanken gemacht. Das kann sehr viele Punkte bringen. Das gilt ja auch übrigens für Anwälte, die genauso überzeugen müssen mit ihren Argumenten. Es muss ja zumindest schlüssig und stimmig klingen und nicht so Hauptsache Argumenten, sondern es muss auch was sein, wo man sagt, jo,
[01:44:40] das passt. Ja. Hier spielt auch das sogenannte ECHO-Prinzip eine Rolle. Und ich glaube, jetzt kann ich etwas einlösen, was ich im Vorspann einmal auch schon gesagt habe. Ich glaube, ich habe ein bisschen reißerig gesagt, ich erzähle, wie man die Musterlösung erkennt. Das ist nämlich ganz interessant. Und ich möchte mich hier und ich möchte mich hier und jetzt auch verabreden, dass wir dazu mal eine Folge machen, nämlich allgemein zu dem übergeordneten Thema der Klausurtaktik. Denn es gilt folgende Formel, ECHO-Prinzip plus Urteilstil gleich Musterlösung.
[01:45:36] Krass, ne? muss das auch irgendwie in der Klausurbearbeitung vorkommen. Was bedeutet das denn klausurtaktisch, wenn wir eine Urteilsklausur vor uns liegen haben? Gesetzt einmal den Fall, wir haben eine Klage auf Kaufpreisrückzahlung. Jemand hat den Rücktritt vom Kaufvertrag erklärt und klagt auch Kaufpreisrückzahlung. Und wie gesagt, streiten die sich in der Aufgabe jetzt über die Mangelhaftigkeit, über die Fristsetzung und über den Gewährleistungsausstoß. Was bedeutet das klausurtaktisch jetzt für uns? Klausurtaktisch bedeutet das für uns,
[01:46:05] dass die Klage begründet sein muss, weil wir sonst nicht zu allen Punkten etwas schreiben könnten. Also angenommen der Gewährleistungsausstoß griffe, dann würde das bedeuten, wir dürften im Urteilstil nur etwas zum Gewährleistungsausstoß schreiben. Wir könnten gar nichts zur Fristsetzung und zur Mangelhaftigkeit schreiben. Genauso, wenn wir sagen würden, es würde die Mangelhaftigkeit fehlen. Deswegen steht da klausurtaktisch fest, die Klage muss begründet sein. Sonst kann ich nicht zu allem was schreiben. Oder wenn zum Beispiel zur Schadenshöhe ganz viel ausgeführt wird,
[01:46:34] dann ist klar, der Schadensanspruch muss dem Grunde nach bestehen. Ja. Weil wir sonst nicht zur Schadenshöhe kämen. Oder ein anderes Beispiel, was ich gerne nehme, wenn zum Beispiel, das hat man häufig, wenn es um gesetzliche Schuldverhältnisse geht, zum Beispiel jemand schneidet Äste ab, die über das Grundstück drüberhängen und verlangt jetzt Kostenersatz dafür. Dann werden häufig ganz viele Anspruchsgrundlagen geltend gemacht. Also GOA, Deliktsrecht und so weiter und so fort. Und wenn gegen jede einzelne Anspruchsgrundlage Einwendungen erhoben werden, dann ist klausurtaktisch das Ergebnis häufig,
[01:47:03] dass die Klage zumindest teilweise unbegründet sein muss, weil ihr erinnert euch, liebe Hörerinnen, liebe Hörer, nur wenn die Klage unbegründet ist, muss man zu jeder einzelnen Anspruchsgrundlage Stellung nehmen. Wenn die begründet ist, nehmen wir ja immer nur zu der einen Anspruchsgrundlage Stellung, die dann am Ende durchgreift. Deshalb dieses ECHO-Prinzip und der Urteilsstil, das miteinander verknüpft, das ist supermächtiges Werkzeug. Das aber hier nur so kursorisch, wir müssen das mal unbedingt in eine eigene Folge bringen. Ja, finde ich auch. Ja, was die Begründungstiefe anbelangt, finde ich,
[01:47:32] da müssen wir einmal kurz auch auf die Beweiswürdigung zu sprechen kommen, auch um an dieser Stelle Bezug zu nehmen auf die Beweiswürdigungsfolge. Das ist nämlich unsere Folge 2 gewesen mit Christoph. Ja, die Beweiswürdigung. Immer wenn es eine Zeugenvernehmung in der Klausur gibt, ist ja auch wieder Klausurtaktik gefragt, wird man irgendwie davon ausgehen können, dass es darauf auch ankommt. Wenn man so die Beweisbedürftigkeit nicht hätte, dann hätte man keinen Zeugen vernehmen müssen.
[01:48:00] Ganz konkretes Beispiel bei mir zum Beispiel wieder, Kaufpreis-Rückzahlungsklage. Es wird gestritten über die Mangelhaftigkeit, den Gewährleistungsausschluss und die Fristsetzung. Wenn Beweis erhoben wird über die Mangelhaftigkeit, dann bedeutet das klausurtaktisch, alle anderen Voraussetzungen müssen vorliegen. Es muss jetzt also auf die Mangelhaftigkeit ankommen. Und das bedeutet klausurtaktisch auch wiederum, der Beweis muss offenbar geführt worden sein, weil sonst könnte ich ja wieder nicht zu allen Punkten etwas schreiben. Ja, und dann zur Tiefe. Es muss bitte bei der Beweiswürdigung ordentlich gearbeitet werden.
[01:48:30] Das ist nicht so ein Punkt, der mit einem Satz abgehakt ist, wenn das in der Klausur auftaucht. Ich weiß nicht, ob du darauf hinaus wolltest, Christian, aber das ist ganz wichtig, dass man bei der Beweiswürdigung wie gesagt, der Verweis auf die Folge ist sehr, sehr hilfreich. Das ist eine sehr anschauliche Folge, bei der nochmal schön dargelegt wird, wie man so eine Beweiswürdigung aufzieht und wie man das aufbaut. Und das muss dann auch abgearbeitet werden und dann eben auch bei der Beweiswürdigung, bei der Wertung der Glaubhaftigkeit der Aussage zum Beispiel wirklich ordentlich argumentieren.
[01:48:58] Und zwar am Fall mit den typischen Sachen, die man so im Referenz schon gelernt hat. Und das folgt ja einem ganz, ganz tollen Schema eigentlich. Also das besprecht er in dieser Folge. Und ich finde, das ist gar nicht so schwierig, sich zu merken. Aber wenn man das anwendet, glaube ich, dann zeigt man, dass man eine richtig gute Beweiswürdigung kann. Und ja, das bringt, glaube ich, viele Punkte an den Klausuren, wo es eben auf eine Beweiswürdigung ankommt. Das sind ja nicht viele Sachen, die man da wissen muss.
[01:49:27] Also zum Beispiel, dass eine Beweiswürdigung nicht über allem schwebt und man die einfach so im luftleeren Raum macht, sondern dass sie immer an einer bestimmten Stelle anspringt. Und ja. Ja, Beweiswürdigung ist keine Beweisaufzählung vor allem auch. Also man muss sich mit den Beweisergebnissen auseinandersetzen, was würdigen und möglichst konkret am Sachverhalten. Am Sachverhalten. Und da fällt mir auch noch ein Tipp ein, der im Grunde noch einen Tacken vor die Begründungstiefe muss, nämlich die Subsumption. Das können wir nochmal eben ansprechen.
[01:49:56] Dass es extrem wichtig ist in den Klausuren, dass man wirklich den konkreten Sachverhalt unter die Tatbeschadtsmerkmale subsumiert. Dass man eben nicht nur schreibt, dass ihr ein Tatbeschadtsmerkmal vorliegt, sondern dass man dann eben subsumiert und zwar erklärt, nämlich hier in Gestalt von dem und dem aus dem Sachverhalt. Weil das ganz, ganz wichtig ist, dass man, das ist etwas, was in der Praxis immer wieder ganz viel gemacht wird, das Subsumieren. Man arbeitet am Fall und nicht nur mit den rechtlichen Voraussetzungen. Und das ist in den Klausuren genauso wichtig. Immer subsumieren,
[01:50:26] nie nur schreiben, ist so, sondern erklären, was denn hier im Fall das Tatbeschadtsmerkmal ausfüllt. Und nicht nur sagen, es ist ausgefüllt, sondern es eben erklären. Und das ist Subsumption. Das ist nochmal ein Schritt vor der Gründungstiefe, wenn es darum geht, nachher zu argumentieren. Aber es ist auch wichtig für die Beweiswürdigung, weil zum Beispiel, wenn, jetzt nehmen wir mal einen Fall mit einer Gutgläubigkeit, wir können nicht darüber Beweis erheben, ob jemand gutgläubig war. Das ist ein unbestimmter Rechtsbegriff. Wir müssen überlegen, gab es Umstände,
[01:50:53] die ihn haben bösgläubig werden lassen oder so etwas. Also man muss ja vorher Gutgläubigkeit mal definieren, zum Beispiel, und dann entsprechend einen Maßstab setzen. Und jedenfalls dann die Indizien nennen, die dann nachher zu dem Schluss führen. Genau. Wir können dann gucken, wir wissen ja sehr, ob die Fälle gehen. Genau, wie Absicht. Man kann Absicht schwer beweisen. Es sei denn, es wird mal ausnahmsweise ausdrücklich zugegeben. Aber das ist ja meist nicht so, sondern man muss mit Indizien das begründen. Am Fall.
[01:51:22] Wenn wir begründen in unserer Klausur, zitieren wir hoffentlich auch viel unsere schönen Gesetze. Und an diesem Zusammenhang ist mir nur noch einmal wichtig zu sagen, weil ich hasse es, es zu korrigieren, dass bitte genau zitiert wird. Ich hasse es einfach, ständig zu korrigieren, wenn die Vorschriften nicht genau zitiert werden. So Klassiker sind jetzt aus dem Zivilprozessrecht vor allem, wenn man einfach 2371 GVG zitiert. Beides sehr lange Normen. Meistens ist 23 Nummer 1
[01:51:51] 71 Absatz 1 GVG gemeint. Aber das sollte man dann auch entsprechend konkret hinschreiben. Blätterintensive Normen, also Normen, wo man halt viel im Gesetz rumblättern muss, da kann es sich auch mal lohnen, die schon auswendig zu kennen. Insbesondere, also was ganz häufig hervorkommen, sind die Verweise der Prozessordnung auf die materiell-rechtlichen Fristenbestimmungen. Also zum Beispiel 222 Absatz 1 ZPO verweist ja dann auf 188 Absatz 2 BGB für das Ende einer Frist. Und in der VWGO wird es ja dann noch verschachtelter.
[01:52:21] Da geht es ja über 57 Absatz 2 VWGO in Verbindung mit 222 Absatz 1 ZPO in Verbindung mit 188 Absatz 2 BGB. Hört, hört. Ja. Ich habe es mir hier zwar aufgeschrieben, aber ich meine es auch noch auswendig zu können, weil ich es damals so häufig gelernt habe. Weil damit spart man sich auch ein bisschen Zeit. Aber vor allem bitte dies genaue Zitieren. Das macht uns doch auch irgendwie aus, dass wir da auch genau bei vorgehen. Ich finde jetzt keinen eleganten Übergang. Es betrifft so ein bisschen
[01:52:50] die Kommentarnutzung während der Klausurbearbeitung. Ich wollte nur einmal noch diesen Konkurrenztrick loswerden. Oh ja. Im Strafrecht, der mir auch sehr geholfen hat. Und zwar, wie gesagt, Strafrechtsklausuren sind sehr zeitintensiv. Man weiß nicht, die Zeit rinnt einen durch die Finger. Man weiß nicht, wohin damit, was man machen soll etc. pp. Und vor allem weiß man nicht, ob man jetzt alle Delikte gesehen hat. Und da ist es ein sehr hilfreicher Tipp, finde ich, immer in die Fischer-Kommentare, Kommentierungen des jeweiligen Tatbestandes zu gucken, den man gerade prüft. Keine Ahnung,
[01:53:19] zum Beispiel schwere Körperverletzung nach 226 StGB und dort in die Konkurrenzen zu gucken. Die sind am Ende der Vorschriften in der Regel kommentiert. Und da sieht man nicht nur, wie die Konkurrenzverhältnisse aussehen, sondern man sieht auch, welche Delikte sonst noch so in Betracht kommen. Das ist, finde ich, super hilfreich in Strafrechtsgebieten, wo man dann vielleicht nicht so firm ist, wenn es um R-Delikte geht und so weiter. Das ist der Konkurrenztrick. Also, dass man einfach da mal guckt, ach, ich habe den 226 gesehen und mal gucken, was der Fischer da vielleicht noch sieht,
[01:53:49] was vielleicht auch noch in Betracht kommt, worauf ich jetzt gar nicht selbst gekommen wäre. Ja, genau. Also, das hat mir wirklich im Examen super viel geholfen. Das betrifft, wie gesagt, den größeren Bereich der Kommentarnutzung. Das haben wir das meiste eigentlich schon angesprochen. Ich will noch eine Warnung oder nur einen Hinweis aussprechen. Das Prüfungsamt weiß natürlich, dass du, liebe Hörerinnen, lieber Hörer, Kommentare benutzt. Und das wird auch eingepreist in die Klausuren. Es gibt nämlich sogenannte Kommentarklausuren. Das sind Klausuren, die kann man schlechterdings nur mit dem Kommentar lösen,
[01:54:18] weil man das Problem vorher nie gehört haben kann und die Lösung dazu erst im Kommentar findet. Ich habe ein Beispiel aus einer Examsklausur, die ich selbst korrigiert habe. Da lag ein Schwerpunkt auf der Frage, ob für die Zerstörung eines 50 Jahre alten Baumes der Wert eines Baumes in diesem Alter im Wege des Schadensersatzes zu ersetzen ist oder nicht. 50 Jahre alter Baum. Also so ein fetter Baum oder kriege ich nur Ersatz für so einen Steckling? Genau. Oder nur so für einen jungen Baum. Und es ist kein Scherz, wenn man im Grünenberg unter Baum guckt,
[01:54:47] dann wird man dann auf die richtige Fundstelle hingewiesen. Das ist nämlich kommentiert bei 251. Man sollte da nämlich sehen in der Klausur, dass die Kosten für den alten Baum so hoch sind, dass nach 251 Absatz 2 BGB nur die Kosten für den Ersatz eines jungen Baumes und das konnte man vorher nicht wissen. Das ist ersichtlich darauf angelegt gewesen, dass die Kandidaten jetzt in die sogenannte Idiotenwiese gehen, die keine Idiotenwiese ist. Ganz im Gegenteil, es wäre eher idiotisch, da nicht reinzugucken
[01:55:16] und dann bei Baum nachzugucken und dann zu 251 zu kommen. Krass, ne? Cool. Ich hätte aber gehofft, dass man da den ganzen Preis bekommt. Ja, mir tut es auch um den alten Baum. Ja, genau. Es ist ein bisschen leid. Und nur der Vollständigkeit halber. Es gibt natürlich auch Klausuren, wo man den Kommentar für einige Dinge nicht benutzen kann. Das ist dann zum Beispiel, wenn es um das Anfechtungsrecht geht, da steht dann in den Lösungshinweisen immer drin, die Kandidaten haben einen Kommentar nicht zur Verfügung. Es wird aber erwartet, dass sie mit den gängigen Methoden,
[01:55:44] mit den Paragrafen und dem Gesetzeswortlaut umgehen können und sowas. Oder wenn eine Norm unbekannt ist und abgedruckt ist in den Bearbeitungshinweisen oder auf eine unbekannte Norm im Sachverhalt hingewiesen wird, da erwartet man einfach, dass man da eben vielleicht auch einfach und methodisch richtig reingeht. Wäre ich jetzt Hörerin und wüsste gerade nicht, was das Anfechtungsgesetz ist, müsstest du mir ganz kurz einmal den Zusammenhang sagen. Ja, das ist was aus dem Insolvenzrecht
[01:56:12] und aus dem gläubiger Schuldnerverhältnis. Es geht nicht um Anfechtung nach BGB, sondern da geht es darum, dass wenn der Schuldner Vermögen beiseite geschafft hat, der Gläubiger auf das Vermögen, was beiseite geschafft wurde, noch zugreifen kann, um sich zu befriedigen. Aber das ist nur eine Kürze. Nur am Rande. Das hast du nur in der Einleitung gesagt, das ist aus dem Insolvenzrecht. Anfechtungsrecht. Ja, das gibt es auch im Insolvenzrecht, aber das Anfechtungsgesetz gibt es auch jetzt separat, genau. Das betrifft die Einzelvorstrecke. Genau, genau. Es gibt die gleichen, die fast wortgleichen Vorschriften,
[01:56:41] sowohl im Insolvenzrecht, als auch in diesem Anfechtungsgesetz. Alles weitere in der FAG dann. Aber nur, falls hier jemand nachher nicht schlafen kann und sich fragt, was das ist. Wir sind ja auch hier zum Allgemeinen Lernen. Das ist auch ein guter Hinweis, weil in meiner allerersten Hausarbeit, ich im ersten Semester in Jura eingeschrieben, schreibe meine allererste Hausarbeit und es geht um Anfechtung. Und irgendein Problem, ich weiß nicht mehr was, aber dann gab es auf einmal aktuelle Entscheidungen dazu, zu dieser Anfechtungsfrage. Und ich studiere die Preistie in meiner Hausarbeit ein und merke auf einmal,
[01:57:10] es betrifft das Anfechtungsgesetz. Habe ich noch nie gehört. Also ich dachte, das sei doch einfach alles nur 119 und 123 BGB. Und irgendwann, bis ich das mal auf die Kette bekommen habe, dass es zwei ganz unterschiedliche Sachen hat, nichts miteinander zu tun. Ja, da war die Hausarbeit auch schon in den Sand gesetzt. Das ist aber auch verwirrend. Ja, fies. Ja, ich habe jetzt noch vor allem zwei Themenblöcke. Ich bin immer noch gespannt, ob das geht auf den Rücksitz. Ja, ach, das ist jetzt, jetzt habe ich das so. Aber wir fangen mal an
[01:57:38] mit dem einen Themenblock, wo uns auch relativ viele Hörertipps erreicht haben, nämlich den Umgang mit Panik und Blackouts in Klausuren. Also ein Hörertipp lautete zum Beispiel, man sollte lernen, mit aufkeimender Panik in der Klausur umzugehen. Andere hat geschrieben oder eine andere. Nicht in Panik verfallen. Fünf Minuten zurücklehnen und die Gedanken ordnen. Super Tipp. Ja, dieser Tipp kam sogar zweimal. Du würdest doch dem hinzufügen, vielleicht einfach mal auf Toilette gehen? Ja, kannst du dich daran noch erinnern? Ja, sicher. Das habe ich vor drei Jahren
[01:58:07] in unserer Folge 1 auch gemacht. Jedes Wort erinnern. Ja, aber das war tatsächlich, das hat mir wirklich geholfen in einer Klausur. Ich bin nie auf Toilette gegangen in den Klausuren, einfach weil ich so Panik geschoben habe und so Adrenalin und so weiter. Außer in einer Klausur, wo ich echt nicht weiter wusste und da bin ich wirklich auf Toilette gegangen. Bin da hingegangen, habe mir die Toilette angeguckt, musste halt nicht, habe mir die Hände gewaschen, bin wieder rausgegangen und mich hingesetzt und es ungelogen, im Moment des Hinsetzen, hatte ich auf einmal eine aufkeimende Idee, die mich dann weitergeführt hat und die Klausur ist am Ende auch gut gelaufen.
[01:58:37] Ja, sowas hilft. Dazu kann man auch nochmal verweisen auf das, was wir eingangs gesagt haben. Schreibt alle Klausuren, auch wenn ihr sie nicht könnt. Auch wenn ihr das Gefühl habt, das habe ich noch nie gehört, ich weiß überhaupt nicht, was ich damit machen soll. Das ist ja so ein Ohnmachtsgefühl, was vielleicht in der Klausur dann auf einmal auftaucht. Ja, Panik kommt ja eigentlich nur, wenn man irgendwie nicht weiter weiß und dann ist es eben toll, wenn man schon geübt hat, was mache ich denn dann? Ich habe eben den Tipp gebracht von einem Referendar, der gesagt hat, ich habe erstmal das geschrieben, was ich konnte.
[01:59:06] Die Teile, die ich konnte, abgearbeitet, das wäre vielleicht eine Strategie. Auf Toilette gehen, zurücklehnen, durchatmen. Aber jedenfalls, dass sie schon mal geübt haben, damit umzugehen, erleichtert es auf jeden Fall, wenn es im Examen passiert. Ja. Und auch klingt wieder zynisch, ist aber nicht so gemeint. Ich sage allen Referendaren immer zur Beruhigung vor den Klausuren, ihr werdet alle eine Klausur verkacken. Ich sage das immer ganz bewusst. Es gibt kaum einen, der wirklich acht Klausuren auf gleichbleibend hohem Niveau gut schreibt, sondern jeder vergeigt für seine Verhältnisse eine Klausur.
[01:59:35] Das mag dann für den Gutkandidaten schon das Befriedigend sein und für den, der höher, der niedriger kämpft, eben die durchgefallene Klausur. Das ist aber nicht schlimm. Es sind acht Stück. Und deswegen, wenn man so das Gefühl hat, okay, diese Klausur kann ich jetzt nicht, nicht denken, das war es jetzt. Jetzt ist mein Examen im Eimer. Nein, sondern dann hat man halt bei der Klausur Schwierigkeiten, aber jetzt hat man immer noch fünf Stunden Zeit zu kämpfen, zu kämpfen, zu kämpfen um jeden einzelnen Punkt. Und das ist dann am Ende auch nicht schlimm, wenn man die jetzt nicht perfekt hat, weil es kommen noch sieben oder es sind noch sieben andere. Deswegen, wenn man sich das einmal
[02:00:05] vorher bewusst macht, kann es sein, dass das die Panik etwas tempt. Meine Meinung. Jeder einzelne Punkt. Jetzt komme ich zu meinem nervigen Kind auf der Rücksitzbank. Ich weiß gar nicht, ob ich das Bild schon in einer anderen Folge gebracht habe, aber ich finde, man sollte auch die Panik erstmal als das begreifen, was sie ist, nämlich vollkommen normal und auch nicht leugnen, sondern im Gegenteil akzeptieren. Das ist wie so, du sitzt da gerade auf der Autobahn deiner Klausur, du fährst dein Auto und hinten auf der Rücksitzbank
[02:00:34] sitzt eben dieses nervige Kind, in diesem Fall die Panik und die schiebt halt Stress. Wann sind wir da? Wohin geht's? Und so weiter. Und so fort. Und das Kind ist halt da, es sitzt allerdings nicht am Steuer. Also nimm es wahr, nimm es das wahr, was es ist und akzeptiere es und lass dich davon nicht einkriegen. Also insbesondere brauchst du es nicht verleugnen. Ich finde, leugnen ist auch immer ganz gefährlich. Es kann zu einer Teufelsspirale führen, wenn man denkt, man müsste das irgendwie verleugnen, sondern es ist einfach ganz normal und ist jetzt Teil,
[02:01:03] ja, Teil deiner selbst, kann man sagen, und auch Teil deiner Klausurbearbeitung. Und ehrlich gesagt, so eine Panik hat ja auch einen gewissen Sinn. Das treibt natürlich das Adrenalin hoch und was wieder die Konzentration fördern kann, wenn es in einem gesunden Maße bleibt. Also denk an dieses nervige Kind auf deiner Rücksitzbank und ja, vor allem diejenigen, die schon Kinder haben, sind da natürlich auch Eltern, die wissen natürlich, beim genauen Hinsehen, sind auch diese nervigen Kinder eigentlich in Wahrheit ganz schön süß. Süße Panik. Vielleicht sieht es dann auch so,
[02:01:31] vielleicht nimmt dann auch diese Panik viel, also vielleicht verliert dann auch diese Panik in der Klausursituation viel von ihrem Schrecken. Auf jeden Fall nicht verteufeln, das wird auftreten, das ist dann ganz normal. Und auch nicht großreden, nicht großreden. Es ist nicht das Entscheidende, daran hängt nicht das Examen, daran hängt möglicherweise auch nicht die Klausur. Ja, das ist gerade erstmal eine Unsicherheit. Einfach versuchen, die zu bearbeiten und nicht großreden. Ja, das ist wichtig. Du sitzt am Steuer und du weißt, wo die Fahrt hingeht. Genau.
[02:02:02] Das ist vielleicht auch eine ganz gute Überleitung, vielleicht zu dem letzten Punkt. Die Mülltonne? Die Mülltonne? Die Mülltonne? Welche Mülltonne? Du hast irgendwann mal von der Mülltonne gesprochen. Ich habe nicht von der Mülltonne gesprochen. Hundertprozentig hast du irgendwann mal von der Mülltonne gesprochen. Ja, ich weiß, was du meinst. Ich weiß jetzt nicht, ob das hinterher auf die Aufnahme landet, aber ich habe vorhin einmal kurz gesagt, als ich meinte, ich habe keine so eine genaue Kategorie, das ist wie so eine Mülltonne, das ist alles mögliche drin. Nee, das ist gar nicht eine Mülltonne, sondern ich finde und jetzt für...
[02:02:32] Was? Das ist das krasse Gegenteil von einer Mülltonne, worüber ich jetzt sprechen wollte. Und zwar? Ich wollte nämlich... Da haben wir die Überleitung. Welche Überleitung? Du wolltest eine Überleitung haben. Das krasse Gegenteil einer Mülltonne. Ja, stimmt. Das ist die Überleitung. Ja, nämlich man sollte während der Examsvorbereitung, und das halte ich für außerordentlich wichtig, eine Antwort auf die Frage finden, warum tust du dir das eigentlich alles an? Das ist eigentlich mein wichtigster Klausurtipp.
[02:03:02] Während der Examsklausur? Sollte man die nicht schon vorher haben? Nee, während der... Habe ich während der Examsklausur gesagt? Ich habe während der... Vorbereitung hast du gehört. Du hast gesagt während der Vorbereitung. Sorry, dann habe ich das falsch uminterpreisiert. Und zwar, Examsvorbereitung ist hart. Das ist auch häufig, also das System finde ich auch durchaus kritikwürdig. Das ist einfach kein Zuckerstecken und ist nicht die schönste Zeit, zumindest meines Lebens gewesen, die Examsvorbereitung und die Examsklausuren. Aber darüber kann man stehen, und das steht man alles viel besser durch
[02:03:31] und auch meines Erachtens mit besserem und größerem Erfolg, wenn man weiß, warum man das eigentlich alles macht. Mit anderen Worten, wenn man sich ein Ziel gesteckt hat, was einen intrinsisch motiviert oder auch extrinsisch. Ein Ziel. Das kann der spätere Beruf sein. Ja. Das ist bestimmt das Hauptziel eigentlich, würde ich sagen, oder? Ja, das sollte im besten Fall das Hauptziel sein. Also ich beobachte das schon ab und zu bei einigen Referendarinnen und Referendare, die halt wirklich gar nicht wissen, was sie machen wollen aus ihrem Leben.
[02:03:59] Hört sich jetzt so pathetisch an, aber die wollen halt das zweite Staatsexamen. Ja, okay, ja, mei. Aber und dann, also man muss ja auch mal so ehrlich sein, wenn man jetzt selbst sich nicht in diesen klassischen Berufen sieht von Jura, kann man auch ernsthaft mal in Frage stellen, ob das das Richtige ist, das weiterzumachen. Das ist ja vollkommen okay. Oder aber man guckt erst mal, ob es nicht vielleicht auch mit einem zweiten Staatsexamen und es nicht irgendwelche Nischenberufe gibt, die man so gar nicht auf dem Schirm hat, die aber was für einen sein könnten.
[02:04:29] Man kann ja wirklich super viel machen. Ja, für mich war halt, als für mich so klar war, ich habe voll Bock Richter zu werden, dann hat mich das ultra motiviert. Dann habe ich diese ganzen nervigen Klausuren und auch teilweise dieses harsche Feedback, was man von allen Seiten, also nicht von allen Seiten, aber was man dann doch teilweise ja einstecken muss, viel besser ertragen können, weil ich wusste, wofür ich das alles mache, weil ich eben später Richter werden wollte und ja dann auch gewonnen bin und jetzt hier darüber podcasten kann, was noch umso schöner ist. Und wenn man so weit nicht denken kann, dann zumindest näher ran denken und sagen,
[02:04:59] dann bin ich endlich fertig. Dann habe ich es geschafft, sieben Jahre Studium und Ausbildung hinter sich zu haben und dann fertig sein. Und selbst wenn man noch keine Idee hat, was man werden möchte, hat man dann endlich die Belohnung für all das, was man bisher geleistet hat. Man ist jetzt auf der Zielgeraden gerade. Aber vielleicht doch irgendetwas, was man dann in naher Zukunft damit machen kann oder macht. Ja und ich finde... Also dass man nicht in so ein Nichts steuert. Ja, das sowieso. Der erste Urlaub sollte direkt stehen nach dem zweiten Examen.
[02:05:29] Also da haben wir wenigstens das... Solche Ziele sowieso. Ja, also eher so extrinsisch oder so die Karotte vor der Nase. Bei mir war es ja mal eine Stormtrooper-Rüstung. Ja und bei mir das Saxophon, was ich mir wirklich unmittelbar nach der letzten Klausur gekauft habe. Das ist irgendwie cool. Schade, dass ich das nicht gemacht habe. Ja, das war sehr... Ich stelle mir gerade Hörer vor, die das jetzt zum ersten Mal, also für die, dass jetzt die erste Folge Revpod ist, die sie hören und dann so Stormtrooper. Fluch doch so. Saxophon, also Psychos. Ja, alles nachzuhören. Ja, es ist genau so, wie es klingt.
[02:05:56] Das alles nachzuhören in den 90 Folgen. Dann wisst ihr schon, wie bekloppt du bist. Ich nehme mich hier ausdrücklich aus. Kein bisschen. Wir nehmen dich kein bisschen raus. Genauso bekloppt wie wir. Aber ich möchte noch einen Tucken tiefer bohren. Und zwar finde ich, also für mich war das so, als mein Ziel gestickt war, habe ich auf einmal auch mehr wieder die Liebe oder die Freude an einem Fach entdeckt. Weil bei Lichte betrachtet ist Jura halt ein so schönes Fach. Oh ja. Wir lernen die Regeln im Spiel des Lebens. Wir können Konflikte lösen.
[02:06:26] Wir können sowohl Verträge als auch Gesetze entwerfen. Wir verfolgen Straftaten. Wir werden unweigerlich Einfluss auf das Leben anderer nehmen und praktisch den Rechtsstaat aktiv mitgestalten. Das ist sowohl erfüllt... Und schützen. Ja, und schützen. Genau, das muss man gerade in diesen Zeiten ja leider betonen sozusagen. Das ist sowohl erfüllend, das ist sinnstiftend, das ist unglaublich motivierend. Und jeder von euch weiß, wie begehrt das Wissen ist, was ihr euch gerade alle auf die Platte schafft. Jeder hat irgendwelche Drittbekannten,
[02:06:55] die mal gefragt haben, hey, du studierst doch Jura. Könntest du mir mal bei dieser Frage helfen? Und so weiter. Ich wurde erst letztens im Fitnessstudio von jemandem angesprochen, von so einem Drittbekannten, den ich gar nicht näher kann. Was ist denn im Drittbekannten? Ja, so übers Eckbekannte, die mal von einem gehört haben und dann wussten, der hat doch Jura studiert und so. Das ist einerseits natürlich nervig, aber das zeigt andererseits ja auch, wie begehrt und wie privilegiert dieses Wissen ist, was wir uns hier aneignen dürfen. Und ich finde, als das kann man es auch erst mal, also als das kann man es auch begreifen,
[02:07:25] als eine sehr sinnstiftende, sehr erfüllende und auch eine sehr privilegierte Art und Weise zu arbeiten und auch ein sehr spannendes Wissen, was wir uns hier aneignen. Ich finde, das hast du sehr, sehr schön formuliert. Ja, danke schön. Ja, weil mir das auch so geht. Ich wusste ja, habe ich ja schon erzählt, wollte ja immer Richterin werden und hatte das so auch vor Augen. Und dieses Pachas hatte ich dann auch in meinen Klausuren irgendwie. Ja, und das macht dann auch viel mehr Spaß, wenn man sich denkt, ja, das ist jetzt zwar eine Klausur,
[02:07:55] aber das ist auch ein Pfeil, der genauso im echten Leben sich abgespielt haben könnte. Mit echten Menschen, mit echten Ideen, mit Vorstellungen, Wünschen, Ängsten und so weiter und so fort. In dem Sinne ist das Examen eben auch kein Selbstzweck, ganz und gar nicht. Es ist unvermeidbar, aber hat auch einen positiven Ausgang. So wie diese Folge. Schon. Haben wir sie zum Schluss gebracht. Nur 580 Minuten. Ja, dann kommen wir nämlich, würde ich auch sagen, zu unserem positiven Ausgang. Ich würde sagen, auf die nächsten 100 Folgen.
[02:08:23] Oh ja, wie schön. Ich hätte jetzt gedacht, dass wir hier noch jeder einen Big Point sagen dürfen. Ich habe dem, der bringt mir nämlich einen Hot. Du hast einen Big Point? Ja, also mein wichtigster Klausurtipp. Also jetzt mein persönlichster Klausurtipp. Ich würde zwei Tipps loswerden. Nee, du willst direkt zwei Tipps. Tipp Nummer eins ist, glaubt an euch. Glaubt an euch. Versucht positiv zu sein. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass positive Stimmung die Leistungsfähigkeit steigert. Redet euch nicht ein.
[02:08:53] Ihr werdet das nicht schaffen. Und malt euch nicht aus, was ist, wenn ich durchgefallen bin. Sondern geht erstmal rein mit dem Mindset. So, ich hole mir das jetzt, das Examen. Ich habe jetzt dafür gelernt. Ich habe alles dafür getan. Ich war fleißig. Ich kann das. Und ich schaffe das. Und man muss sich auch immer wieder klar machen, selbst wenn das mal nicht so sein sollte. Es ist überhaupt kein Beinbruch. Der zweite Versuch rettet dann so gut wie jeden. Und das ist einfach überhaupt keine Schande. Und deswegen muss man nicht so eine Angst haben. Dann darf man auch positiv sein, dass ich Tipp Nummer eins nicht habe. Und Tipp Nummer zwei ist, jetzt konkret für die Klausuren.
[02:09:22] Ich habe schon gesagt, wir anschregen, das ist acht Klausuren durchzuschreiben. Aber wichtig ist, dass ihr in jeder der acht Klausuren von der ersten bis zur letzten Minute kämpft. Um jeden, jeden Punkt. Und ich würde auch zum Beispiel niemals früher abgeben, wenn ihr fertig seid schon, sagen wir mal 20 Minuten vorher, dann könnt ihr die Zeit noch super nutzen, die Klausur doch nochmal zu lesen. Und ich garantiere euch, es werden Tippfehler euch auffallen, Schreibfehler, die ihr verbessern könnt. Und vielleicht eine ungenaue Zitierung einer Norm. Oder eben, wo ihr einen Satz vielleicht unglücklich formuliert habt. Oder merkt, oh, das ist ja gar kein Urteilsstil.
[02:09:51] Und dann nochmal einen Satz umstellt. Und es kann sein, dass das, was ihr dann noch macht, euch ein oder zwei Punkte bringt. Und die ihr habt gehen lassen, nur weil ihr zu früh gegangen seid. Von der ersten bis zur letzten Minute. 300 Minuten. 300 Minuten Kampf um jeden einzelnen Punkt. Es ist nicht egal, ob man vier oder fünf oder zwei oder drei oder sieben oder acht oder dreißen oder vierzehn Punkte hat. Am Ende zählt jeder Punkt. Und das müsst ihr einfach beherzigen. Kämpft achtmal bis zum letzten Energietropfen und kämpft bis zum Schluss. Holt alles, was ihr könnt, raus.
[02:10:21] Das wäre mein Tipp. Ich wollte es nochmal loswerden. Entschuldigung, falls das nicht so... Ich kann ja auch noch ein Big Point loswerden. Tut euch zusammen. Also, man ist gemeinsam stark. Das klingt jetzt auch sehr pathetisch. Aber ich erinnere noch, die letzten FAG-Stunden, jetzt letzte oder vorletzte Woche oder irgendwann. Ich liebe den Moment. Jetzt ich in der Rolle der Dozentin oder der AG-Leiterin in dem Moment. Wenn die AG so untereinander, wenn einer so ein Problem hat und sagt so, hä, da hake ich jetzt gerade und so.
[02:10:50] Dann habe ich das versucht nochmal zu erklären. Dann habe ich es irgendwie nicht richtig rübergebracht. Und dann fängt aber so die AG an. Irgendwie zwei, drei Leute sagen, ja, aber muss das doch so und so und so. Und irgendwann kommt dann das große, ach so. Und dann haben die das so zusammengelöst. Und das finde ich richtig cool. Ja, stimmt. Und die Stimmung war super. Ja, mein Big Point ist natürlich Reporteur. Auf jeden Fall, auf jeden Fall, auf jeden Fall. Nein. Und mein zweiter Punkt wäre so, es geht eigentlich in deine Richtung, Anna, so ein bisschen, seid lieb zueinander.
[02:11:18] Also in zweierlei Hinsicht. Erstmal seid lieb zu euch selbst. Das heißt, behandelt euch, euren Körper und euren Geist auch lieb während der Examsvorbereitung. Das bedeutet, dass ihr euch nicht ausbrennt, dass ihr euch Freizeit gönnt, dass ihr es euch auch mal gut gehen lässt, aber dass ihr auch untereinander, also gerade ihr Refs untereinander, lieb zu euch seid. Also ich werde es nicht müde zu betonen, aber Konkurrenz ist hier an dieser Stelle, das ist ein Mythos und Unterstützung und Support ist key.
[02:11:48] Also unterstützt euch gegenseitig, zieht an einem Strang und zusammen wählt ihr stärker und mit besseren Ergebnissen aus dem Ganzen raus. Tod sicher. Ja, tod sicher, wie unsere nächsten 100 Folgen, die dann bekommen werden, wenn wir uns dann in Folge 200 wiedersehen werden, um unsere nächsten Klausurtipps. Alt und wegraut, könnt ihr euch das vorstellen? Das ist ja dann auch wieder drei Jahre später. Da ist kein einziger von uns alt und ergraut. Ich bitte mir das. Wir haben auch in den letzten drei Jahren nicht ergraut. Ich bitte mir das. Ich auch nicht. Sicher nicht? Wir sind alle nur köstlicher geworden wie guter Wein.
[02:12:18] Genau. Bei Christian habe ich schon das ein oder andere Trauer an. Das tue ich überhaupt nicht. Christian, lass dir nichts sagen. Das stimmt überhaupt nicht. Ich wende mich jetzt ab. Überhaupt nicht. Wir schneiden Anna komplett aus der Folge raus. Ja, Christian und ich verabschieden uns an dieser Folge. Was soll denn das? Das ist Age-Shaming. Das war alles, nein, ganz nur liebevoll. Alles liebevoll. Nein, ich denke, wir sind alle einfach nur toller geworden. So wie auch du, liebe Hörerinnen, lieber Hörer. Ja, ich bedanke mich für deine Aufmerksamkeit.
[02:12:48] Ich hoffe, du hast es lehrreich und auch ein wenig unterhaltsam gefunden. Und ich bedanke mich an dieser Stelle auch nochmal bei euch. Vielen Dank, Richard. Hat großen Spaß gemacht. Und danke euch Hörern für 100 Folgen Treue. Und vielen Dank, Anne. Danke euch beiden. Hat mir Spaß gemacht. Wie immer. Danke dir. Das haben wir noch ganz vergessen zu sagen. Ja, danke, danke, danke dir. Ja, also danke, danke, danke. Für die gehaltenen Versprechen. Ja, und für 100 Folgen. Ohne dich muss man, das kann man jetzt mal an dieser Stelle sagen. Das hat im Moment noch gar keiner gesagt.
[02:13:18] Aber man muss es jetzt einmal sagen. Ohne den Christian würde dieses Projekt überhaupt, Es würde es gar nicht geben. Es würde nicht die Mikros geben, an denen wir hier in die Wirrei sprechen. Ohne euch würde es das auch nicht geben. Und ohne unsere Hörerinnen und Hörer würde es das auch nicht sein. In diesem Sinne. RefPod Community. RefPod. Revport. Alle hier geäußerten Ansichten sind nur unsere persönlichen Ansichten und insbesondere keine offiziellen Standpunkte der Justizprüfungsämter. Revport ist eine Produktion des Oberlandesgerichts Hamm.
[02:13:48] Das war es für diese Folge. Ich freue mich dann, dich in der nächsten wieder begrüßen zu dürfen. Tschüss. Tschüss. Tschüss.
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